
Großkopfad Mei Oma hod oft gsagt, leb nicht auf zu großem Fuß. Mei Oma hods no mitkrieagt, ausgwachsen hob ihs auf Schuhgröße dreiundvierzig bracht. Von großem Fuß ko ma do gwiss ned redn, eher von mittelmäßigem Fuß. Gestern hams so einen Empfang in unserm Schloss ghabt, in meim Schloss ko ih ja ned song, de andern Oberschleißheimer datn mir bös sein. In unserm Schloss hams den Empfang abghaltn, des machas scho ewig lang. Wenn ih mi richtig erinnern dua, dann hod d`Oma ah immer gsagt, do treffan sich de Großkopfadn. De wo des große und ah de kloana Schlösser baut ham, warn im klassischen Sinne de Großkopfadn. Gestern hab ich die Gelegenheit ghabt, im Stau vorm Schloss zu stehn, vor mir eine Nobelkutsche, hinter mir ein großer Stern und die Weißblauen sind nur so zum Schloss nei abgebogen. Im Dahinstauen hab ih an mei Oma denkt, die ruht nicht weit vom Schloss. Früher ham ma in da Mittenheimer Straße vorm Schloss gwohnt. Ih hob ma dacht, Oma du host ned recht ghabt, ein Großkopfada hat gar keinen größeren Kopf und obs auf großem Fuß leben, konnt ih durch die Autos hindurch ned sehn. Wir ih dann am Schloss vorbeigfahrn bin, sind die großen Autos von da andern Seitn mir entgegenkemma. Diese Großkopfadn, sie mögen halt empfangen werden, ein Schloss bietet ja idealerweise eine kulturträchtige Kulisse. Dass ichs nicht vergesse, ein Pärchen mit schwarzem Kleid und Krawatte zu ebenso schwarzem Anzug ist mit einem Kleinwagen zum Schloss eingebogen. Das nenn ich großkopfad mit Kleinmannsmanie. Mein Auto ist auch nicht von der keinsten Sorte, deswegen ist mein Kopf analog zu meinen Füßen Durchschnitt, bloß wenn ich Gas gebe, kommen mir die Füße manchmal zu groß vor. Es liegt bestimmt daran, in meinem Gefährt liegen Bremse und Gas zu nah beieinander. Unser Schloss, was hat das alles schon gesehen? Wahrste Geschichte und Geschichten haben sich drin und rundherum zugetragen und die Großkopfadn ghörn ah dazu, ah wenns sich bestimmt selbst nie so nennen täten.

