
Ein Tschellist Mein Freund der Tschellist zieht keinen Bogen mehr, der Alexander erzählt seine Geschichten, Geschichten von längst vergangenen Tagen. Sein Tschello war seine Welt, es war sein Handwerk. Ich stelle mir vor, das ist wie den Füller zur Hand zu nehmen. Mein Freund der Tschellist war ein Handwerker, es wirkt so natürlich und war doch nur so ein Teil in einem Orchester. Sein Handwerk hat er von der Pike auf gelernt und mit seinem Werkzeug hat er ganze Weltansichen durchschritten. Er zeigt seine Bilder, er deutet mit Stolz an, “schau, das war die ganz junge Anne Sophie Mutter, schau wie sie mich anschaut, ach schau wie wir uns angeschaut haben.” Bilder in einem Schuhkarton zeugen von einem Tschellisten, der ein bewegtes Leben dank seines Handwerks leben durfte. Mein Freund der Tschellist verliert die Zeit in seinem Erzählen und ich werde reicher und reicher dabei. Eine normale Orchesterprobe wird zum Höhepunkt, das ist Handwerk pur. Das ist es, wer sein Werkzeug liebt und nicht nur benützt, kann alt in seinem Werk werden. Mein Freund der Alexander, der alte Tschellist, hat mir gegeben wo ich nicht erwartete. Was ist da ein wenig Fliesen in seinem Keller, was ist schon ein wenig Handanlegen an seinem Häuschen? Das ist mehr oder weniger und darüber hinaus ein gegenseitiger Freundschaftsdienst und mich ehrt es, den Alexander kennengelernt zu haben.

