
Abendlicht Im Abendlicht, weit von daheim, sitzt ein Mann oft ganz allein. Ein leiser Ton, vom Wind getragen, erzählt von längst vergang'nen Tagen. Seine Mundharmonika weint leise. Sie singt eine alte, sanfte Weise. Von Abschied, Schmerz und dunkler Nacht; doch auch von Hoffnung, kaum entfacht. Wer stehen bleibt, die Töne hört, wird tief im Herzen angerührt. Dieser Klang, ganz zart und sacht, schwebt hinüber in die Nacht. Ein Atemzug, ein letzter Ton, als löste sich die Zeit davon. Die Melodie, so schlicht und klar, zeigt, was einst gewesen war. Und irgendwo, im Wind verweht, schwebt dieser Klang wie ein Gebet. Nie vorbei und nicht daheim. Nur ein Nachhall ist das Sein. © Uwe Seltmann Mai 2026

