
Vorwort Münchner Freiheit, do sitz ih grod und denk ah über mei Freiheit nach. Ih als Münchner, zumindest ein geborener, leben dua ih ja im Münchner Norden, dem prominenten Vorort Oberschleißheim, vielleicht is ja ah München da Vorort von Oberschleißheim. Schließlich haben wir ja drei Schlösser und München... ...wos hod ma do scho? Guad, Schloss Nymphenburg, lass ma`s. In da Welt draußen sog ih immer, ih bin a Bayer, ih kimm aus München. Des is fast in aller Welt a Begriff und wenn`s genauer werd, dann kimmt Oberschleißheim ins Spui. Do sitz ih an da Münchner Freiheit im Cafe Münchner Freiheit. Auf`m Weg daher hab ih drüber nachgedacht, wohin mein Weg führen mag, auf wos läuft`s naus? Roland, a boarischer Dichter, des is ja mein Motto und der Untertitel lautet, Aus`m Cafehaus und anderswo. Dieses Motto samt Untertitel wäre eine hohle Fassade, wenn darunter nicht die Freiheit zu finden wäre, die sich eben koa Blattl vor`n Mund nimmt und nur nachbrabbelt, wos die öffentlich gemachte Meinung zur Verkündigung erlaubt. Meine ersten Zeilen de ih schrieb waren von dem Willen beseelt, ohne Korrektur das zu sagen, respektive zu schreiben, was sich in meinem Innern spiegelt, quasi die Fotos meiner Innenwelt nach außen zu transportieren. Münchner Freiheit, seit meinem vierzehnten Lebensjahr war ih mehr in München als in Oberschleißheim. Ih hob damals bei der Bundesbahn in Freimann Elektriker glernt und nebenbei bin ih immer zum Tanzen in d`Tanzschule Richter, am Stachus ganga und weil mei bester Tanzschulspezl da Thomas ah no ins Fitnessstudio in d`Landwehrstraß zum Aschober ganga is, bin ih als Schmachterl ah do hin. Mei ganzes soziales Leben is so mehrheitlich mit druntergmischten Freundinnen im Herzen Münchens abglaffa. Mia warn natürlich ah vui in Schwabinger Cafes unterwegs. Es war zu meiner Jugend einfach üblich, relativ unbefangen über ois zu lästern, heut dat ma des Zehnte, ah wos sog ih, des Zwoate und Dritte nimmer song. Heut is die Münchner Freiheit so a Möchtegern-Kabarettistische-Fatamorgana oder simpel gsogt a Einheitsstatement. Oana sogt wos da andere ah sogt, da andere sogt`s hoid mit na andern Stimm. Ih hob Neunzehnhundertvierundachzig am Weihnachtsabend im besagten Münchner Vorort zu schreiben ohgfanga. Eigentlich sollt ih Berichtsheft schreiben, aber rauskemma is ganz wos Anderes. Ih war über mich selber erstaunt und hob ziemlich schnell die Reflektion des Selbstgeschriebenen gesucht. Münchner Freiheit, do gab`s mal im Karstadthaus eine Lokalität die sich "Stardust" nannte, und in diesem Lokal hab ich Ende Vierundachzig eine Nacht durchgmacht. In der Früh dacht ih mir, jetzt gehst in d`Innenstadt, a Taxler hod ma gsagt, des erste Cafe in da Innenstadt des aufmacht is d`Schmoiznudl am Viktualienmarkt. Oiso von da Münchner Freiheit z`Fuß zum Viktualienmarkt, um kurz nach fünf war ih do. Vui vom Cafe hob ih zwecks ziemlicher Übelkeit nicht mitbekommen, aber sovui hob ih abgspeichert, dass des Cafe für mich genau des Cafe is. Dann ging`s draufhin los, morgens um fünf bis sieben ins Cafehaus Schmoiznudl, dazwischen waren noch einige Freiheitslücken. Ab Neunzehnhundertachtundneunzig dacht ih mir über ois wos ih mach an Titel aus, Sie wissen scho, "Roland, a boarischer Dichter" und so weiter. Die Freiheit welche ich mir immer genommen habe, das zu schreiben was ich als Wirklichkeit erkenne und erkannte, ist für mich das Elexier, das ich mir nicht nehmen lasse. Welche Freiheit ich mir nehme steht schon immer so im Widerspruch zu dem, was man heute politisch korrekt und überhaupt korrekt denken und äußern darf. Ab dem Jahr Zweitausend hab ich übrigens wegen Meinungsverschiedenheiten, die seitens des Schmoiznudlwirtes nicht zu überwinden waren, das Cafe gewechselt, mein Hauptcafe war nacha das Rischarts am Marienplatz. Das blieb so bis Zweitausendsieben und seit der Zeit war von meiner Arbeit her gesehen meine flexible Arbeitszeit derart beschnitten, dass ich meine morgentlichen Cafehausbesuche nicht mehr so ungezwungen absolvieren konnte. Aber..., meine Freiheit ist mir geblieben und mein Füller macht gerade im Moment seinen ersten Streik, er macht einen auf undicht, ih hob scho ganz blaue Finger. Wos soll`s? Dann fang ma hoid mit am andern Pelikan oh, der werd repariert und dann derf er wieder mitspuin. Spuin ma auf, Thema Münchner Freiheit, ih nimm`s ma. Roland, a boarischer Dichter

