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Freundesfänger

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V6

[Intro – gesprochen, ruhig und unheilvoll] Da steht er wieder, lächelt freundlich an der Tür. Er kennt deinen Namen – doch er weiß noch mehr von dir. [Strophe 1] Er wartet dort, wo Einsamkeit auf Hoffnung trifft, im kalten Licht, wo jeder seine Sehnsucht mit sich schleppt. Sein Händedruck ist fest, sein Blick verspricht Vertrauen, er lässt dich glauben, du gehörst dazu – du kannst auf ihn bauen. Er kennt dein’n Geburtstag, weiß genau, was du bestellst, kennt die Sätze, die du sagst, bevor du sie selber wählst. Er verlangt nichts von dir, zumindest nicht am Anfang, denn der Freundesfänger weiß: Vertrauen braucht nur Anlauf. [Refrain – melodisch, dunkel und eindringlich] Der Freundesfänger schenkt dir Worte, schenkt dir Zeit, leiht dir Nähe gegen deine Einsamkeit. Du glaubst, du hast den Ausgang endlich hinter dir, doch ganz leise schließt sich eine Tür. Der Freundesfänger hört dir zu, als wärst du wichtig, macht aus jedem kleinen Zweifel etwas Richtiges. Du merkst zu spät, was hinter seiner Freundschaft steht: Dass er erst dann gewinnt, wenn deine Freiheit geht. [Strophe 2] Du erzählst ihm deine Sorgen, er erzählt dir seinen Schmerz, und auf einmal glaubt dein Kopf: Ihr tragt dasselbe Herz. Du denkst, ihr seid Verbündete, zwei gegen diese Welt, während er sich merkt, was dich am Leben hält. Er gibt dir das Gefühl, dass er dich wirklich sieht, bis dein Vertrauen unbemerkt in seine Hände fließt. Denn wer die richtigen Fragen stellt und deine Wunden kennt, weiß irgendwann genau, wovor dein Herz noch immer brennt. [Refrain – druckvoller Beat] Der Freundesfänger schenkt dir Worte, schenkt dir Zeit, leiht dir Nähe gegen deine Einsamkeit. Du glaubst, du hast den Ausgang endlich hinter dir, doch ganz leise schließt sich eine Tür. Der Freundesfänger hört dir zu, als wärst du wichtig, macht aus jedem kleinen Zweifel etwas Richtiges. Du merkst zu spät, was hinter seiner Freundschaft steht: Dass er erst dann gewinnt, wenn deine Freiheit geht. [Bridge – Beat reduziert, fast gesprochen] Jetzt kennt ihn jeder, jeder grüßt im Vorbeigeh’n, tausend Hände, tausend Namen – keiner bleibt wirklich steh’n. Tausend Freundschaften, doch hinter jeder Wand steht ein kleiner Käfig, unsichtbar und elegant. Er nennt es Nähe, nennt es Treue, nennt es Wir, doch jedes Band führt nur ein Stück zurück zu ihm. Und wenn du endlich merkst, wie eng die Wände sind, ist längst vergessen, wer du ohne ihn noch bist. [Finaler Refrain – intensiv, mehrstimmige Backing-Vocals] Der Freundesfänger wirft die Angel aus, zieht neue Namen in sein Netz hinein. Der Freundesfänger spürt, die Zeit läuft aus, denn irgendwann bleibt keiner mehr allein. All diese Gespräche, all die Leben auf Kredit, all die fremden Hoffnungen, die er sich einverleibt. Doch Freundschaft ist kein Fangnetz, kein Besitz, kein Spiel – wer alle Menschen fangen will, verliert am Ende viel. [Outro – ruhig, mit langsam verklingendem Beat] Da steht er wieder, lächelt freundlich an der Tür. Er kennt deinen Namen … Doch jetzt erkennst du ihn.