
Ich zähle Falten, dann wird's still, mein Spiegel spricht, doch ich bleib' chill Ein grauer Kragen, schwerer Blick, die Uhr geht zurück, Stück für Stück Die Hände zittern, aber stolz, auf jedem Knochen klebt mein Holz Ich trag die Jahre wie ein Kleid und rückwärts fällt mein ganzes Leid Und hinter mir wird's langsam leicht, als ob mein Schatten heimwärts schleicht Ein Schritt zurück, ein Atemzug, ich hör' die Kindheit im Beschluss Zurück, zurück, mein Leben, ich seh', was bleibt, wenn Jahre beben Zurück, zurück, mein Name, vom grauen Rand zur ersten Kerze, Amen Zurück, zurück, mein Leben ich lass es schweben Jetzt seh ich Hände voller Arbeit, Narben wie ein stilles Kleid Ein Ring am Finger, warm und klein, da muss ich wohl verliebt noch sein Die Wohnung riecht nach Bohnerwachs, nach Suppe, Staub und Weihnachtsglanz Ein Foto fällt aus dunklem Glas und plötzlich weiß ich, wer ich war Die Stimme wird wieder weich und klar, der schwere Schritt war einmal da Ein Flur, ein Haus, ein offnes Tor, was hinten lag, kommt jetzt hervor Zurück, zurück, mein Leben, ich seh', was bleibt, wenn Jahre beben Zurück, zurück, mein Name, vom grauen Rand zur ersten Kerze, Amen Zurück, zurück, mein Leben ich lass es schweben Jetzt sind die Schultern plötzlich schmal, der Bart ist weg, die Jacke alt Ein Stift liegt krumm auf kariertem Blatt, der Himmel passt in eine Stadt Ich lauf durch Flure, jung und wild, die Tasche voll, der Blick noch still Ein Lehrer ruft, ich dreh mich um, mein Herz schlägt laut, die Welt macht rum Und ganz am Rand, da steht ein Kind mit Schürf am Knie und Wirbelwind Es lacht mich an, als ob es weiß, dass alles kehrt zum Anfangkreis Zurück, zurück, mein Leben, ich seh', was bleibt, wenn Jahre beben Zurück, zurück, mein Name, vom grauen Rand zur ersten Kerze, Amen Zurück, zurück, mein Leben ich fang an, zu schweben Zurück, zurück, mein Leben und alles kommt wieder, mein Leben


