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Der Sang von Nova Roma

[Strophe 1: Die Gründung] Hört an die Märe, die weit erschallt, von einer Stadt, so stolz und alt. Konstantin, der Kaiser hehr, setzt seinen Thron ans weite Meer. Am Bosporus, im Morgenland, ein neues Reich voll Glanz entstand. „Nova Roma“ ward sie dort genannt, als hellstes Licht im Christenland. [Strophe 2: Das Erbe Roms] Als tief im Westen Rom zerfiel, ward Byzanz des Kaisers Ziel. Justinian, der Herrscher kühn, ließ die Metropole blühn. Die Hagia Sophia, ein Wunderbau, ragt stolz empor ins Himmelsblau. Gesetze schrieb er tief in Stein, dies Reich sollt' für die Ewigkeit sein. [Refrain] Oh Byzanz, du goldner Hort, an der Welten Pforte Ort. Zwischen Orient und Abendland, hieltst du Gottes Banner in der Hand. Tausend Jahre währt dein Glanz, stolzes Reich, oh Byzanz! [Strophe 3: Kampf und Ikonen] Doch wilde Völker zogen her, mit Speer und Schild, ein riesig Heer. Bulgarensturm und Persernot brachten der Stadt das bittre Brot. Im Innern stritt man erbittert und wild um Gottes Ehr' und das heilige Bild. Doch Heraklejos’ Schwert war scharf, das er den Feinden entgegenwarf. [Strophe 4: Der Verrat der Kreuzfahrer] Dann kamen Krieger aus dem West', zu helfen uns – so hieß das Fest. Doch Gier brach ihren heil'gen Eid, sie brachten Raub und großes Leid. Venedigs Flotte, das Kreuzerheer, sie machten unsre Kammern leer. Verraten war die Christenmacht, im Jahre zwölfhundertvier, in dunkler Nacht. [Strophe 5: Der Fall 1453] Nur noch die Stadt am Meer war geblieben, vom alten Weltreich Sturm vertrieben. Sultan Mehmed zog den Ring, bis die letzte Glocke ging. Die Mauern brachen, der Donner grollt, das Schicksal war nicht mehr aufzuhalt'n. Der letzte Kaiser fiel im Streit, vorbei war die byzantin'sche Zeit. [Outro] Nun schweigt das Lied, die Pracht verging, doch bleibt der Geist in jedem Ring. Gelehrte trugen das Wissen fort, an manchen neuen, fernen Ort. So lebe wohl, du alte Macht, die uns das Licht Roms dargebracht.