
Der Abend küsste grad die Nacht Bei heilig ernstem Sternenleuchten, Da hab ich mich noch aufgemacht, Mir Herz und Stirne zu befeuchten. Die Gierigkeit der Mammonsklaven War mir so leid, tat mir so weh; Das Auge schloss sich nicht zum Schlafen; Drum ging hinaus ich an den See. Er lag so still; er lag so hehr In Fels und Matten eingebettet, Als hätte, so wie ich, auch er Sich aus der Welt hierhergerettet. Und jeden Strahl, der ihm hernieder Vom lichten Firmamente kam, Gab ehrlich er dem Himmel wieder, Von dem er seinen Ursprung nahm. Ich schwamm hinaus so weit, so weit, Um mich und über mir nur Sterne, Als sei ich von der Ewigkeit Umwallt und ihr nicht menschlich ferne. Ich glaube, hätte es die Schwere Versucht, mich auf den Grund zu ziehn, Dass ich doch nicht gesunken wäre, Da mir ein Doppelhimmel schien. Dann sagte dankbar ich Ade Und bin gelobend fortgegangen: Mein Herz sei nunmehr auch ein See, Der wiederstrahlt, was er empfangen; Es fessle nicht an irdsche Grenzen, Was es von Gott entgegennimmt; Wo unzählbare Sterne glänzen, Ist einer wohl auch mir bestimmt.

