
Zwischen zwei Welten“ [Verse 1] Die Glocken schweigen langsam nun, der Tag beginnt in hellem Tun. Kinder lachen über’n Platz, Musik erklingt in jedem Satz. Die Alten sitzen vor dem Haus, erzählen ihre Hoffnung aus. Der Winter liegt schon weit zurück, der Frühling bringt verlor’nes Glück. ⸻ [Verse 2] Sie grüßen freundlich ihren Doktor, den Mann, der einst die Seuche brach. Sie danken ihm mit warmen Blicken, doch Faust fühlt Zweifel tief im Nacken. „Sie sehen mich als ihren Held, doch kennen sie die wahre Welt? War ich es wirklich, der sie heilte? Oder nur das Glück, das kurz verweilte?“ ⸻ [Pre-Chorus] Wie seltsam klingt des Volkes Dank, wenn tief im Herzen Zweifel sang. Der Ruhm erscheint wie leichter Rauch, die Wahrheit sucht er immer auch. ⸻ [Chorus] Zwischen zwei Welten steh ich hier, die Menschen nah – doch fern von mir. Sie feiern Leben, Licht und Zeit, ich suche tiefe Ewigkeit. Was sie im Herzen glücklich macht, hat meine Seele nie vollbracht. Je höher ich den Himmel seh, desto weniger versteh ich, wer ich bin. ⸻ [Verse 3] Wagner geht an seiner Seite, voll Bewunderung, ohne Zweifel. Er liebt das Buch, die klare Bahn, glaubt, Wissen käme Stück für Stück heran. Doch Faust hebt schweigend seinen Blick, sucht hinter allem mehr als Glück. Nicht Worte stillen seinen Brand, er sucht den Ursprung aller Hand. ⸻ [Bridge] Zwei Stimmen leben tief in mir, sie ziehen mich von hier zu dir. Die eine hält am Irdischen fest, die andere sucht den Sternenrest. ⸻ [Final Chorus] Zwischen zwei Welten geh ich fort, kein Mensch kennt meinen wahren Ort. Die Erde ruft, der Himmel schweigt, mein Herz bleibt ewig ungezeigt. Und jeder Schritt durchs Frühlingslicht verbirgt das, was man draußen nicht sieht. Denn mitten unter frohem Klang beginnt der Seele schwerer Gang.

