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Hier schlägt die Welt

V6

[Intro — leaves, distant birds, close voice] Ich dachte, hier wär’s still. Dann hab ich zugehört. [Verse 1] Mein Zelt passt zwischen diese Bäume, ein bisschen Stoff, ein roter Rand. Ich leg den Rucksack vor die Öffnung und streich die Erde von der Hand. Ein Käfer zieht durchs braune Laub, genau dort, wo die Tasche liegt. Ich rück sie einfach eine Handbreit. Er läuft, als wär hier nichts passiert. Ich brauche wenig für die Nacht. Er braucht den Weg durchs Blattgewirr. So klein der Platz auch sein mag — für uns beide reicht es hier. [Pre-Chorus] Ein Ast knackt irgendwo im Dunkeln. Ich halte meinen Atem an. Dann rauscht der Wind durch tausend Blätter, und ich fang wieder langsam an. [Chorus] Hier schlägt die Welt in einem andern Takt. Ich hör ihr zu, bis etwas in mir leiser wird. Hier bin ich frei. Hier bin ich zu Hause. Ein kleines Zelt, ein ganzer Himmel über mir. Lass mich noch bleiben. Ich muss grad nirgendwohin. Hier schlägt die Welt und ich atme mit. [Instrumental — leaf rhythm, soft bass, birds left exposed] [Verse 2] Ein Wildschwein bricht durchs Unterholz, ich hör es eher, als ich’s seh. Dann wird es ruhig hinter den Stämmen. Aus der Ferne ruft ein Reh. Ein Vogel setzt mit ein paar Tönen die erste Pause wieder zu. Ich könnte jetzt ein Lied anmachen. Ich lass es bleiben. Ich hör zu. Die Luft riecht nach dem nassen Boden, nach Rinde, Moos und kühlem Stein. Ich zieh sie tief bis unter die Rippen und atme länger wieder aus. [Pre-Chorus] Ich weiß nicht, wie viel Uhr es ist. Der Schatten ist ein Stück gewandert. Ich wollte nur für eine Nacht hier sein. Jetzt fühlt sich eine Nacht ganz anders an. [Chorus] Hier schlägt die Welt in einem andern Takt. Ich hör ihr zu, bis etwas in mir leiser wird. Hier bin ich frei. Hier bin ich zu Hause. Ein kleines Zelt, ein ganzer Himmel über mir. Lass mich noch bleiben. Ich muss grad nirgendwohin. Hier schlägt die Welt und ich atme mit. [Breakdown — music recedes, forest remains] Das Handy sucht noch eine Weile. Dann leg ich’s neben meine Schuh’. Draußen geht ein Wind durchs Laub. Ich mach die Augen zu. [Bridge — intimate, slowly opening] Die Wurzeln heben hier den Boden. Ich such mir einen Platz daneben. Ich muss hier gar nichts hinterlassen, um diesen Ort mit mir zu nehmen. Am Morgen öffne ich das Zelt. Das Licht liegt zwischen all den Zweigen. Ich steh da, wippe mit den Schultern. Die Füße fangen an, sich zu bewegen. Und was ich sonst so schwer benennen kann, ist hier für einen Atemzug ganz leicht: Ich bin nicht irgendwo da draußen. Ich bin da, wo es mir reicht. [Final Chorus — warm, open, restrained] Hier schlägt die Welt in einem andern Takt. Ich hör ihr zu, bis etwas in mir leiser wird. Hier bin ich frei. Hier bin ich zu Hause. Ein kleines Zelt, ein ganzer Himmel über mir. Lass mich noch bleiben. Die Sonne fällt durchs Grün. Hier schlägt die Welt und ich atme mit. [Outro — only forest, softly spoken] Ich pack die Tasche. Unter ihr ein Käfer. Ich warte, bis er weitergeht.