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Wir teilen denselben Thron

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V6

Intro *Knock, knock, knock* Wer ist da?!... Ich. Vibe siebenundsiebzig... Ok... was willst du?!... Ich will deine Reime. Ich wohn im Chaos, die Wände sind bunt, mein Kopf ein hurricane, ganz ohne Grund. Sobald mein Tunnel mal das Licht erblickt, kommst du mit Lineal, geschniegelt und schick. Du brichst mit Struktur in mein schiefes Asyl und machst aus dem Trümmerfeld ein Lehrbuch-Gefühl. Deine Perfektion dehnt sich viel zu weit aus, ich flieh vor dem Takt aus dem eigenen Haus. Meine Strophen sind Baustellen, ungeplant, wild, du kommst mit dem Besen und machst das Bild. Ordnest das Chaos, ziehst ein Dach und hältst mich mit deinen Silben verdammt noch mal wach. Ist das Brett jetzt ein Textbrett, weil ein Text an dem Brett steckt? Oder wird erst dieser Text Brett, wenn man Text auf das Brett setzt? Ich will Bedeutungsverschiebungen in Betonungsverdichtungen, will aus Gedankenverbindungen neue Klangübereinstimmungen. Ein Laut löst sich los, trifft auf Taubheit im Raum, Sprechung wird Brechung, du fängst es kaum. Aus Impulsen wird Takt, aus dem Takt wird Signal, ich dehne den Tunnel im Widerhall. Hass wäre Lob, Mann, du bist viel zu genau, dein System macht aus meinem Stolpern nur Staub. Ich würd dir am liebsten die Enden verdrehn, nur um einmal zu sehn, wie die Sicherungen stehn. Dir die innere Stimme aus dem Kopf rauszieh’n, damit dein sauberer Takt endlich aus den Schienen fliegt! Da, wo ich stehe, gilt mehr als dein Wort! Du jagst meine Wolken mit Logik nur fort. Ich bringe nur Licht in ein dunkles Genie. Wir streiten im Takt, doch wir trennen uns nie. Ein finsterer Hieb auf die Perfektion, wir teilen uns am Ende denselben Thron. Raub würde dich ja nur noch mehr herausfordern, dann fängst du noch an, meine Lines zu beordern. What must one do to take away the space? Du zwingst mein Chaos in ein starres Korsett, du textest klinisch rein, fehlerfrei wie ein Brett. Ich stolpere durchs Leben, doch das ist wahr, nimm deine Struktur und dein Reim-Diktat, heute Abend brennt die Hütte, auch ohne dein Format! Ein Wort wird weit, wenn es dich erreicht. Weil meine Stimme deine Kreise beschreibt. Ich stehle den Anfang von deinem Signal. Und du wirst zum Echo von meinem Hall. Ich kann Artikulationsmuster in Argumentationslust verstecken, keine Überinterpretation zwecks der Überrepräsentation wecken. Wir fassen, was andere im Deuten verlieren, bis Grenzen wissenschaftlich verschwimmen und Rhythmen kollidieren. Da, wo ich stehe, gilt mehr als dein Wort! Du jagst meine Wolken mit Logik nur fort. Ich bringe nur Licht in dein dunkles Genie. Wir streiten im Takt, doch wir trennen uns nie. Ein finsterer Hieb auf die Perfektion, wir teilen uns am Ende denselben Thron. Der Abstand wächst. Der Nachhall wird leiser. Doch leise heißt nicht fort. Satzstrukturen überlagern sich mit Lautstrukturverschiebungen, während Argumente korrespondieren mit Bedeutungsverdichtungen. Bedeutung in Bewegung. Mein Chaos an deinem Ort.