Es kam ein milder Abendhauch Durch die Reseden lind gezogen Und hüllte mich und dich dann auch In seiner Düfte süße Wogen. Du kamst und fasstest meine Hand Und sahst mir liebend in die Augen. Mein Lieb, dass ich dich wohl verstand, Werd ich dir nicht zu sagen brauchen. Es kam ein Wetter über Nacht Und hauste zornig in den Beeten, Und als es sich davongemacht, Da lagen sterbend die Reseden. Wir standen dann im Morgenlicht Dabei in tiefem, ernstem Sinnen, Und ich sah über dein Gesicht, Dem lieben, eine Träne rinnen. So wird der Düfte Reichtum frei Wohl auch im menschlichen Gemüte, Wenn es sich dankbar öffnet bei Dem Hauch der Liebe und der Güte. Und so stirbt wohl auch manches Glück Und manches junge schöne Hoffen, Und keine Macht bringt es zurück, Weil es der blinde Zorn getroffen.