Vorwort Im Cafehausaustragshäuserl Am End sitzt ma do wo ma sonst seltenst vor`m End hinkimmt, jetzt grad so wia im Austragshäusl von de Cafehäuser, da sitz ih grad und denk nach, wos doch so ois im letztn Jahr glafa is. Es is mehr glafa als des letzte Jahr, ih denk des letzte Jahr war des Jahr am End von am Zyklus. Neunzehnhundertachtundneunzig hab ih mich des öfteren nach langer Unregelmäßigkeit in mei Stammcafe, mei erstes, des Schmoiznudlcafe Frischhut am Münchner Viktualienmarkt, neigsetzt und hab meine Gedanken niedergschriebn. Damals, oiso Neunzehnhundertachtundneunzig, war ih meistens mit der ganzen Familie im Cafe, am liebsten samstags möglichst ganz früh. Da muass ih ja jetzt in mich neilacha, des dat heut scho zeitlich gar nimmer gehn. Damals da hab ich dahoam bloß an morgentlichen Husterer macha müassn und scho war Sabine, meine mittlere Tochter da wia ein Blitz. Kleine Mädchen können reden…, ältere schweigen mehr. Es kam das Jahr Neunzehnhundertneunundneunzig und ih nahm mir mehr vor, mehr ins Cafehaus z`gehn, so mindestens wenn ned öfters von Montag bis Freitag und wenn die Familie dabei sein wollt ah samstags. Der Titel der seither, also ab `Neunzehnhundertachtundneunzig meine Einbände ziert lautet in der Überschrift immer „Aus`m Cafehaus und anderswo“. Das war und is mein Motto durch all die Jahre geblieben. Durch ein unliebsames Erlebnis mit dem damaligen Wirt des Schmoiznudlcafes Frischhut sah ih mich genötigt, mein Stammcafe in Münchens Morgenstund zu wechseln, das war Ende Neunzehnhundertneunundneunzig. Es war schon ein grober Akt, denn mit dem Schmoiznudlcafe verbindet mich mein ganzer schreibender Weg seit Neunzehnhundertvierundachtzig. Was soll`s, ih fand zu einem Cafe am Sendlinger Tor Platz, Bodo`s Cafe. Ehrlich gsagt bin ih ma da gar ned so wohl vorkemma und ein Cafehausgast, der Eddi, schmucker Eddi von mir gnannt, der hod mich gelockt an den Marienplatz. So war meine neue morgentliche Cafehausmöglichkeit das Rischarts am Marienplatz. Jetzt sehn wir mal von den ab und zu Nachmittagscafes und dem Anderswo im Sommer hauptsächlich am See ab, das Rischarts wurde zu meinem absoluten Cafehausmittelpunkt mit Stammplatz versteht sich. Es sammelte sich über die Zeit natürlich wieder so was wie ein Stammtisch, aber doch noch so frei, dass ma auch noch jederzeit neue Leute kennen lernen konnte. Das war möglich, weil ih durch meine Arbeitszeit bei meinem Arbeitgeber eine große Münchner Versicherung soviel Freiraum hatte, den Dichter nach meinem Zeitgefühl zu gestalten. Das ging so über Jahre, ab dem Jahr Zweitausendsechs gegen Ende zua änderte sich jedoch die Cafehausstimmung und mit ihr auch das Arbeitsleben. Es war für mich spürbar, dass es ansteht, sich auf Änderungen vorzubereiten. Eine ältere Dame im Cafe die durch ihre Art unseren Stammtisch aufmischte und sich in den Mittelpunkt buxierte, streute üble Gerüchte über mich, weil ih mich ned in der Art um sie kümmerte, wia sie des erwartet hat. Sie hat durch Gaben an mich abgeleitet, sie hätt das Recht mir zu sagen, mit wem ih mich abzugebn hätt. Ih hab der Dame erklärt, dass das so ned geht, darauf hat sie mich nicht mehr gekannt. Das Gift ihrer Unzufriedenheit hat viele angesteckt, das war schon enttäuschend. Man denkt, wen man wia gut kennt und dann lassen sich diese Leute von üblen Gerüchten aufhetzn. Aber so is das, es gehört scheint`s dazua. Der Cafehausbesuch am Marienplatz wurde rarer und rarer, gleichzeitig erlaubte auch meine Arbeitssituation diese fast tägliche morgentliche Münchenreise ned mehr. Ab Mitte Zweitausendsieben war es dann mit Ausnahmen gänzlich vorbei. Feste Dienstzeiten quer durch den Tag zwangen zum Abbruch des Münchner Cafehausdichters. Sicher wurde weiter geschrieben, aber nur noch selten und wenn, dann nachmittags und zumeist in Freising auch ein Stammcafe. So is das und wenn ih auf die letzten zehn Jahre blicke, seh ih einen Kreis vor mir, der sich irgenwia geschlossen hat. Ih mecht weiterhin mir meine Gedanken macha, sei`s in einem Cafehausaustragshäusl Scherz oder anderswo. Es werd einmal jemand anders über mich zu urteilen haben wia bedeutend oder auch nebensächlich meine Gedankenwelt war. Aber ein gutes Gewissen hab ih, ih hab nia geschrieben um Menschengefälligkeit, ih hab bei aller Betrachtung immer meine Ehre bei Gott gesucht und genau das war es auch, was nach außen hin mein Bremsschuh war. Ih glaub, mein erster Titel in Zweitausendzehn werd heißen, Die Gottesallergie. Darin werd ih drauf eingehn, was ih im letzten Teil meine. Oiso dann, ab ins nächste Jahrzehnt. Ih unterstreich hiermit mein Motto. Gruß aus`m Cafehaus und anderswo. Roland, a boarischer Dichter