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15 Zweite akt (szene 5) Falsche nachricht

STUDIO

[Verse] [Spoken word a capella] Draußen vor dem Brauhaus. Fritz hat einen Brief gefunden, den Hendrik auf dem Tisch liegen ließ. Liesl kommt hinzu. [Verse] [Music fade in crescendo] [Male Baritone vocals] Ein Brief! Für Katharina, ganz bestimmt! [Female soprano vocals] Woher weißt du das? [Male Baritone vocals] Er ist mit einem schönen Band gebunden. [Female soprano vocals] Vielleicht ist er für seine Frau. [Male Baritone vocals] Ach. [Female soprano vocals] Du weißt doch gar nichts. [Male Baritone vocals] Das hält mich selten auf. [Spoken word] Er öffnet den Brief nicht, liest aber den Namen auf der Außenseite: „Katharina“. [Male Baritone vocals] Siehst du? Für Katharina! [Female soprano vocals] Dann gib ihn ihr. [Male Baritone vocals] Nicht einfach so! Ein solcher Brief braucht einen würdigen Moment. [Female soprano vocals] Du bist unerträglich. [Male Baritone vocals] Ich bin ein Mann der Dramaturgie. [Female solo mezzosoprano vocals] Was bleibt, wenn die Tür sich schließt? Ein leerer Tisch, ein Glas, das friert. Ein Lied, das man nicht mehr genießt, ein Herz, das seine Wege irrt. [Female solo mezzosoprano vocals] Ich dachte, ich sei längst bereit, mit meinem Leben auszukommen. Ich hatte Frieden mit der Zeit, hab jede Sehnsucht fortgenommen. [Female solo mezzosoprano vocals] Doch dann kommt einer durch den Regen, mit müden Augen, nassem Haar. Er sagt nicht viel, er will nicht reden — und plötzlich wird das Herz mir klar. [Female solo mezzosoprano vocals] Was bleibt, wenn die Tür sich schließt? Vielleicht die Wärme einer Hand. Vielleicht ein Mensch, der nichts verspricht und trotzdem plötzlich bei mir stand. [Female solo mezzosoprano vocals] Ach, Herz, sei still! Du bist zu alt, um noch wie einst davonzufliegen. Doch wenn ein neuer Morgen strahlt, wer weiß, ob wir uns selbst belügen. [Instrumental break] [Fade out] [End]