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Faust I – Teil 6 Titel: „Zwei Seelen“

Zwei Seelen [Verse 1] Die Lerchen steigen himmelwärts, ihr Lied durchdringt mein schweres Herz. Sie kennen keine Fesseln mehr, sie tragen sich durch Wolkenmeer. Ich bleibe hier auf festem Grund, gefangen an des Lebens Bund. Und dennoch zieht mit jeder Sicht ein Ruf hinauf ins ew’ge Licht. [Pre-Chorus] Warum nur kann der Mensch erkennen, doch niemals ganz den Himmel nennen? Warum bleibt jeder Traum so fern, obwohl wir greifen nach den Stern’n? [Chorus] Zwei Seelen kämpfen tief in mir, jede ruft: „Komm mit zu mir!“ Die eine liebt den Staub der Zeit, die andere sucht Unendlichkeit. Die eine hält mich fest und klein, die andere will grenzenlos sein. Ich steh dazwischen, Tag für Tag, und suche, was mich tragen mag. [Verse 2] Ich seh den Adler über mir, er kennt kein Zögern, keine Gier. Der Wind trägt ihn von Welt zu Welt, wo keine Grenze länger hält. Der Mensch erschafft sich selbst sein Band, mit jedem Wunsch, mit jeder Hand. Er baut sich Mauern, Stein für Stein, und nennt den Käfig dann sein Heim. [Bridge] Vielleicht ist Freiheit nur ein Klang, der ewig lebt, doch nie gelangt. Vielleicht beginnt sie tief im Geist, wenn jede Angst den Weg verlässt. Nicht Flügel machen Menschen frei, nicht Macht und nicht Geschrei. Nur wer sich selbst zu sehen wagt, findet den Weg, den keiner sagt. [Final Chorus] Zwei Seelen tragen meinen Lauf, keine gibt die Hoffnung auf. Die Erde ruft, der Himmel singt, mein Herz bleibt zwischen beiden Wind’. Doch solange dieser Atem weht, solange sich die Sonne dreht, werd ich weiter suchend geh’n, bis beide Seelen sich versteh’n. [Outro] Vielleicht liegt Wahrheit nicht im Ziel, nicht im Wissen, nicht im Spiel. Vielleicht beginnt sie still und klein, wenn beide Seelen eins einst sein.