Vorwort Da liebt man das Schreiben, ja das Niederschreiben der Gedanken zu diesem und jenem kann einen ganz schön ausfüllen. Leider ist bei mir in letzter Zeit ein Ausfüllmangel aufgrund fehlender Zeit entstanden. Dieser Mangel hängt mit einem Überfluss an Arbeit zusammen, und zwar meiner Arbeit in der ich das Geld zum Leben verdiene. Im bisherigen Arbeitsleben konnte ich sehr flexibel mit meiner Zeit umgehen, was es mir ermöglichte, häufig früh morgens meine Stammcafes aufzusuchen, und dann nach gemachten Gedanken mich in die Welt der Versicherung zu stürzen. Jetzt stürze ich fest nach zig Plänen minutiös bis zur letzten Arbeitsminute, ach was rede ich, sekundiös von Telefonat zu Telefonat. Dort am Telefon meiner Versicherung bin ich bemüht bei meinem Bayerisch zu bleiben, die Leute mit einem Grüß Gott zu begrüßen und zu sagen, dass die Leute bei ihrer Allianz in München sind. So viel zu dem mich bewegenden Thema, das ich auch immer wieder in irgendeiner Form bearbeite. Dem regelmäßigen Leser, auch dem mäßigen unter den Lesern, wird vielleicht aufgefallen sein, dass meine Gedichtbände in der letzten Zeit immer schlanker geworden sind, was mit der Arbeitswelt zu tun hat, wie gerade an der Oberfläche erklärt. Das allein kann es aber nicht sein, es ist auch der materielle Aspekt nicht zu vergessen, denn das Cafehausgehen hat sich wie das übrige Leben dramatisch verteuert. Ich könnte nicht mehr wie zeitweise tagtäglich mein Frühstück im Cafehaus einnehmen, da würde ich ein schwerwiegendes Problem mit meinem Finanzminister meine Minni bekommen. Ja und dann die gestiegenen Materialkosten, was kosten heute Kopien, Druckerpatronen und Bindematerial, ein kleines Vermögen. Wenn ich die Personalkosten auch noch rechnen würde, müsste ich mich selber entlassen. Welch eine Welt baut sich da auf? Für einen einfachen Künstler Modell „Kleinbürger“ wird`s langsam eng. So, nun genug der hinderlichen Gründe erklärt, die Inspiration gibt`s ja noch umsonst und solange ich es mir noch leisten kann, verschenke ich meine Gedichtbände oder halt „ A bisserl wos.“ Ich sehe die gesamte Entwicklung als eine Art Ringschluss, das was geschrieben werden musste ist reichlich geschrieben und das was ich umsetze liegt ungefähr bei der dichterischen Produktivität von dem Jahr Neunzehnhundertachtundneunzig. In den ersten Tagen von Neunzehnhundertneunundneunzig habe ich mir vorgenommen, wer sich Cafehausdichter nennt muss so viel es geht im Cafehaus präsent sein. Jetzt im Jahr Zweitausendacht bin ich schon am Überlegen, was ich mir als Konsequenz aus der allgemeinen und der persönlichen Lage vornehme. Vielleicht gehört mein täglicher Telefoniealltag zu einem Training für meine Stimme. In diesem Sinne mache ich im Folgenden meine Stimmung zu den Themen die ich so aufschnappe und erlebe deutlich. Gruß vom Anderswo grad dem Unterschleißheimer See Roland, a boarischer Dichter