
[Intro – leises Bettknarren, geflüstert] „Ich muss mich mal bewegen …“ „Aber nein, mein Kind. Die Nacht ist noch nicht zu Ende.“ [Verse 1] Da sitzt er auf der Bettkante, sein Kissen hängt ihm um den Leib. Ein aufgedunsener Kopf, rotviolett, ein Lä-lä-lächeln, das ich nicht beschreib. Schmale Augenschlitze, listig, die Haut glänzt du-du-dunkel, straff und wund. Er streicht die Decke glatt, raunt mir ins Ohr mit honigsüßer Stimme aus dem Höllenmund „Du hast es dir so schön gemacht, bleib liegen, ruh dich aus. Ich pass auf dich auf, mein Lieber – hier im Bett bin ich zu Haus.“ [Verse 2 – Schmerz] Erst drückt es dumpf an einer Stelle, als läg ein Stein in meinem Fleisch. Dann br-br-brennt es, sticht bei jeder Regung, und keine Lage ist mir gleich. Ich rutsche hin, ich rutsche her, doch nichts befreit mich ganz von ihm. Er säuselt schmal aus seinen Sch-sch-schlitzen: „Na, war das Liegen nicht bequem?“ [Pre-Chorus] „Bleib liegen, ja, bleib liegen, du hast es doch so kuschelig!“ Ich seh ihn näher rücken, und Angst kriecht hoch und Panik. [Chorus: layered] **Dekubitus, der Unaussprechliche!** Der Fürst der Druckgeschwüre! Er lauert in den weichen Kissen, bis ich seine Nähe spüre! **Dekubitus, der Unaussprechliche!** Er drückt sich in mein Fleisch so tief! Ich will mich drehen, will mich bewegen – doch die Nachtschwester schaut nur lieb. [Verse 3 – die Nachtschwester] „Nun legen Sie sich wieder hin, die Nacht ist schließlich noch nicht aus. Sie brauchen Ihre Ruhe, Schätzchen, wir schlafen jetzt, und zwar im Haus!“ Ich will ihr sagen, was hier lauert, will warnen vor dem Ungetüm. Doch eh ich seinen Namen nenne, wird meine Stimme dünn und schlimm. Denn wie erklärt man einer Schwester, dass unterm Kissen etwas lebt? Dass sich ein Dä-dä-dämon breitgemacht, der sich von Druck und Stille nährt? [Pre-Chorus] „Bleib liegen, ja, bleib liegen“, zischt er mir ins Ohr. Die Schwester zieht die Decke hoch – und schließt die Tür von außen vor. [Chorus] **Dekubitus, der Unaussprechliche!** Der Fürst der Druckgeschwüre! Er lauert in den weichen Kissen, bis ich seine Nähe spüre! **Dekubitus, der Unaussprechliche!** Er drückt sich in mein Fleisch so tief! Ich will mich drehen, will mich bewegen – die Schwester hört nicht, dass ich rief! [Bridge – das Ich, erst flüsternd, dann panisch] Ich kenne seine ro-ro-roten Flecken, ich weiß, wie tief sein Schatten reicht. Ich weiß, wie lange Wunden brauchen, bis ihre Hö-hö-hölle endlich weicht. „Schwester! Schwester! D-d-da ist einer!“ „Nun machen Sie doch nicht so viel Lärm!“ Ich zeig aufs Bett – sie sieht nur Kissen. Und er verneigt sich, k-k-kalt und fern. [Final Chorus – dämonisch] **Dekubitus, der Unaussprechliche!** Großherzog aller Druckgeschwüre! Mit Kissenmantel, Federkrone – er liebt Liegeplätze zum Feuer schüren! **Dekubitus, der Unaussprechliche!** Er flüstert: „Bleib doch hier!“ Ich strampel, drehe mich und fluche – die Schwester schließt die Tür! [Outro – das Bett knarrt, leises Kichern] „Morgen, mein Schatz. Morgen ist auch noch eine Nacht.“ „De-de-de-dekubitus …“ [female voice] „Was haben Sie gesagt?“ „Ni-ni-nichts, Schwester. A-a-a-absolut nichts.“

