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Weißt du wie es ist?

V6

[Part 1 – bissig, kontrollierter Einstieg, zunehmend aufbrechend] Weißt du, wie es ist, wenn du den ganzen Tag nur Lügen frisst? Wort für Wort reingewürgt – jeder neue Zug ’ne List. Ein Zucken deines Blicks, nur ein winziger Moment: Du hast geseh’n, wie’s mich zerreißt – und weiter so getan, als wär nichts. Die rohe Wahrheit liegt im Raum, ihr starrt sie schweigend an, wie dressierte Hunde, die nicht an den Napf geh’n, ohne Kommando. Doch der Hund hat keine Wahl – du kannst entscheiden, was du tust. Du versteckst dich hinter Haltung, die auf meinem Schweigen ruht. „Der checkt eh nichts, der kann nichts!“ – ja, ich hör, wie ihr mich nennt. Dann trägst du meine Arbeit vor, als wär sie dein Talent. Meine Worte aus dei’m Mund, meinen Namen lässt du weg – und erklärst mir meine Leistung, als hätt ich sie nie gecheckt. Du kennst angeblich jedes Wort – nur dich selber kennst du nicht. Drückst noch tiefer in die Wunde, bis mein Schweigen endlich bricht. Gift an deiner Klinge, und du nennst den Schnitt Kritik – ich hantier seit Jahr’n mit Giften, ich erkenn den Unterschied. Ich könnt jeden Widerspruch in deiner Story sezieren, muss mich nicht selbst verlier’n, um deine Masche zu kapieren. Deinen Film versteh ich nicht – deine Schnitte seh ich klar: Wo mein Anteil aus dem Bild fällt, stehst du plötzlich als der Star. Weißt du, wie es ist, wenn sich kein Schwein um dein Leben schert? Doch sobald du nicht mehr funktionierst, wird dein Verhalten erklärt. Alles läuft „perfekt“ – solange keiner von euch merkt, wie viel Kraft es mich noch kostet, dass hier nichts zusammenfällt. Stur und kalt geht’s immer weiter, bis sich etwas in mir sperrt, bis der Schatten dort im Spiegel meine eigne Stimme trägt: „Hey, mein Kleiner, warum fair? Hat dich irgendwer verschont? Außer dir hält keiner still – sag, hat sich das je gelohnt?“ Verpiss dich mit dem Flüstern, das sich als Erkenntnis tarnt. Ich bin nicht Gott – und meine Grenzen sind kein göttlicher Verrat. Mach mich nicht zu deinem Hiob, mach mein Leben nicht zur Wett’: Was beweist so eine Prüfung – außer, wer die Regeln setzt? Und dem Himmel gilt die Frage: War das wirklich Souveränität, wenn ein Mensch für euren Streit durch seine ganze Hölle geht? Du warst mein Bruder – bis die Macht dir meinen Wert verschwieg. Heute hör ich deine Ausflucht: „Nobody is perfect.“ [Chorus – melodisch, rau, gedoppelte Vocals] Weißt du, wie es ist, wie es ist, wie es ist? Wenn du Wahrheit siehst, doch nur Lügen frisst? Sie schau’n dir ins Gesicht, als checkst du es nicht – und du schluckst und du schluckst, bis was in dir bricht. Weißt du, wie es ist, wie es ist, wie es ist? Wenn jeder von dir nimmt und keiner bei dir ist? „Glück im Unglück“ – sag, was bringt mir das Glück, wenn ich überleb’, doch ein Teil von mir fehlt? [Post-Chorus – zurückgenommen, Echo] Glück im Unglück … Ein Teil von mir fehlt. Weißt du, wie es ist? Weißt du, wie es ist? Weißt du, wie es ist, wie es ist, wie es ist? Wenn jeder von dir nimmt und keiner bei dir ist? „Glück im Unglück“ – sag, was bringt mir das Glück, wenn ich überleb’, doch ein Teil von mir fehlt? [Bridge – Flow zieht an, aggressiver] Du redest von Karma? Mann, halt deine Fresse! Ich seh’ nur das Leid, das mich jagt wie die Pest! [Part 2] Du nimmst meine Gedanken, klebst deinen Namen drauf, stehst im Licht meiner Arbeit – ich steh draußen vor dem Haus. Und dann erklärst du mir noch, was ich angeblich nicht begreif’, mit den Worten, die ich sagte, als hier keiner bei mir blieb. Ich kenn dein „War nicht so gemeint“, kenn dein „Stell dich nicht so an“, bis ich selbst bei meinen Sätzen meine Stimme kaum ertrag’. Jedes Mal, wenn ich was ansprech’, wird mein Ton zum Gegenstand – doch was du getan hast, fasst hier wieder keiner an! Ja, ich werde laut – ich hab’s dir leise schon gesagt! Hab die Sätze klein geschnitten, bis kein Vorwurf übrig war. Hab Verständnis aufgebracht, bis für mich selbst nichts mehr blieb, und du nennst es einen Frieden, wenn nur einer alles schluckt. „Glück gehabt“, sagst du – ich steh ja schließlich immer noch. Klar, von draußen sieht man schlecht bis auf den Boden dieses Lochs. Ich will keinen Trostpreis dafür, dass ich das hier übersteh’ – ich will morgens in den Spiegel schau’n und nicht mehr dich dort seh’n! Also nimm nicht meinen Schmerz und mach ’ne Heldengeschichte draus. Ich war müde, ich war wütend – und ich wollte einfach raus. Heute bleibt dein Name runter von dem, was aus meinen Händen ist. Und ich frag dich ohne Lächeln: Weißt du wirklich, wie es ist? [Outro] Glück im Unglück, hah? Fick dein Glück. Fick dein Unglück. Weißt du wie es ist? (Beat fades out mit einem harten Bass-Drop)