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Was übrig bleibt

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V5.5

[Verse 1] Wenn der Permafrost weltweit taut, kommt nicht nur Wasser ins Spiel. Da kommt auch das alte Kohlendioxid. Und Methan. Beides verstärkt die Erwärmung. Das ist kein Nebensatz. Das ist ein Verstärker. Der Permafrost hält heute noch gewaltige Mengen Kohlenstoff fest. Wenn er auftaut, wird ein Teil davon frei. Nicht alles auf einmal. Aber genug, um die Lage weiter zu verschärfen. Über Jahrzehnte. Über Jahrhunderte. [Pre-Chorus] Der Grönland-Eisschild reagiert langsam. Aber er reagiert. Je wärmer die Welt, desto mehr verliert er. Und wenn die Verluste einmal größer sind als der Nachwuchs aus Schneefall, dann kippt das System. [Chorus] Dann steigt der Meeresspiegel. Langsam zuerst. Dann immer mehr. Dann steigt der Meeresspiegel. Nicht ein bisschen. Deutlich. Dann steigt der Meeresspiegel. Und er bleibt nicht an der Küste stehen. Er frisst sich hinein. [Verse 2] Wenn Grönland vollständig oder fast vollständig schmilzt, reden wir von ungefähr sieben Metern zusätzlichem Meeresspiegel. Nicht in diesem Jahrhundert. Aber langfristig, wenn die Erwärmung hoch genug bleibt. Wenn die westantarktischen Eismassen kollabieren, kommen grob mehrere Meter dazu. Etwa drei bis fünf Meter sind die Größenordnung, die häufig genannt wird. Die Ostantarktis ist größer. Viel größer. Sie wirkt stabiler, aber unter sehr langer und sehr starker Erwärmung ist auch sie nicht für immer sicher. Dann reden wir nicht mehr über Zentimeter. Dann reden wir über viele Meter. Möglicherweise über Dutzende Meter, wenn die Erde über sehr lange Zeit warm bleibt. [Pre-Chorus] Die Arktis selbst hebt den Meeresspiegel nicht, weil das Meereis schon im Wasser schwimmt. Wenn es verschwindet, wird der Ozean nicht direkt höher. Aber das Signal ist brutal klar: Der Pol verliert seine Schutzschicht. Mehr Wärme bleibt im System. Mehr Eis gerät unter Druck. [Chorus] Dann steigt der Meeresspiegel. Langsam zuerst. Dann immer mehr. Dann steigt der Meeresspiegel. Nicht ein bisschen. Deutlich. Dann steigt der Meeresspiegel. Und er bleibt nicht an der Küste stehen. Er frisst sich hinein. [Bridge] Wann wird das so sein. Die ehrliche Antwort ist: Nicht als ein einzelner Tag. Nicht als saubere Grenze. Die Modelle sagen: Bis 2100 ist bei weiterem Hoch-Emissionspfad eher ein Anstieg im Bereich von rund einem Meter möglich, je nach Modell und Eisreaktion auch mehr. Das ist schon schlimm genug. Das bedeutet Häfen, Städte, Deltas, Grundwasser, Sturmfluten. Die großen Eisschilde brauchen länger. Viele Meter Meeresspiegel kommen eher über Jahrhunderte bis Jahrtausende. Nicht weil die Gefahr klein ist. Sondern weil Eis träge ist. Und die Erde auf Wärme langsam, aber unerbittlich antwortet. [Chorus] Dann steigt der Meeresspiegel. Langsam zuerst. Dann immer mehr. Dann steigt der Meeresspiegel. Nicht ein bisschen. Deutlich. Dann steigt der Meeresspiegel. Und er bleibt nicht an der Küste stehen. Er frisst sich hinein. [Outro] Die klare Antwort ist nicht beruhigend. Wenn die Emissionen weiterlaufen, werden Teile dieser Entwicklung unausweichlich. Permafrost taut. Grönland verliert Masse. Die Antarktis wird instabiler. Das Meer nimmt sich Zeit. Aber es nimmt sich Raum. Und genau darum geht es. Nicht um die Frage, ob. Sondern wie viel. Und wie lange wir uns einreden, dass das noch fern ist.