
[Intro] Nichts. Nicht mal irgendwo eine Tür. Kein Auto. Keine Stimme. Nur – nichts. [Verse 1] Ich höre in den Raum, als könnte ich ihn zwingen, irgendetwas von sich zu geben. Ein Knacken im Holz. Ein Rohr in der Wand. Verdammt, irgendeinen Ton. Doch da ist nichts. Ich halte den Atem an, nur um zu prüfen, ob ich vielleicht etwas überhöre. Und plötzlich ist mein eigener Herzschlag das Lauteste im Haus. [Pre-Chorus] Man sagt, Stille tut gut. Welche Stille meinen die? Diese hier nicht. Diese hier legt sich auf die Brust, zieht langsam alles enger und wartet mit mir. [Chorus] Es ist zu still. Viel zu still. So still, dass mein Körper davon schmerzt. Ich warte auf einen Ton, einen Schritt, eine Stimme, irgendetwas. Nur ein Geräusch, das mir sagt: Da draußen bewegt sich noch die Welt. Doch nichts. Verdammt noch mal – nichts. Und ich hätte nie gedacht, dass nichts so laut sein kann. [Verse 2] Ich lausche auf Dinge, die mich früher genervt haben. Ein Hund, der irgendwo bellt. Ein Nachbar, der zu laut die Tür zuschlägt. Reifen auf nasser Straße. Ein Glas auf einem Tisch. Schritte auf einer Treppe. Irgendjemand, der meinen Namen sagt. Heute würde ich jeden dieser Töne nehmen. Sofort. Ohne mich darüber zu beschweren. Denn wenn lange genug nichts kommt, fängt der Kopf an, Geräusche zu erfinden. War da was? Nein. Wieder nichts. [Pre-Chorus] Die Schultern werden hart. Der Kiefer fest. Der Atem zu flach. Als müsste gleich etwas passieren. Aber genau das ist es: Es passiert nichts. [Chorus] Es ist zu still. Viel zu still. So still, dass mein Körper davon schmerzt. Ich warte auf einen Ton, einen Schritt, eine Stimme, irgendetwas. Ein Handy, das klingelt. Ein Schlüssel in der Tür. Ein verdammtes Lebenszeichen. Doch nichts. Nur diese Stille, die immer größer wird, je länger ich ihr zuhöre. [Bridge] Tick. Nicht mal eine Uhr. Brumm. Nicht mal der Kühlschrank. Rausch. Nicht mal Wind vor dem Fenster. Also hör ich meinen Atem. Ein. Aus. Ein. Aus. Mein Herz. Meine Finger auf dem Tisch. Stoff, wenn ich mich bewege. Plötzlich macht mein eigener Körper Geräusche, nur damit überhaupt etwas da ist. [Break] Vielleicht mach ich gleich den Fernseher an. Ganz egal, was läuft. Vielleicht Musik. Zu laut. Vielleicht lass ich Wasser laufen, nur um es rauschen zu hören. Nicht weil ich Unterhaltung brauche. Nicht weil jemand mich retten soll. Ich will nur, dass dieses verdammte Nichts endlich aufhört. [Final Chorus] Es ist zu still. So still, dass ich es kaum noch aushalte. So still, dass ich auf Geräusche warte, die ich früher nicht einmal bemerkt habe. Ein Auto. Ein Lachen. Ein Husten nebenan. Ein Telefon. Ein Leben. Irgendetwas. Denn Stille kann schön sein, wenn man sie selber gewählt hat. Aber diese hier fühlt sich nicht nach Ruhe an. Sie drückt. Sie zieht. Sie sitzt unter der Haut. Und irgendwann tut sie körperlich weh. [Outro] Ich warte. … Nichts. Ich warte noch einmal. … Nichts. Bitte. Nur irgendein Ton. … Nichts.

