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Wie Reverend Bone durch seinen Rosenkranz starb

[Strophe 1] Er erreicht den Kamm mit dem ersten Tageslicht, der staubige Wind weht ihm ins Gesicht. Vom Hügel blickt er hinab ins grüne Tal, Santa Ana erwacht im roten Sonnenstrahl. Die Glocke der Kirche, von Bone erbaut, erklingt, die dem falschen Hirten seine blinde Herde bringt. [Strophe 2] Er reitet durch die Gassen, die Stadt scheint völlig leer, nur der Staub der Straße tanzt vor ihm her. Das Pferd trägt El Viudos Leiche, bleich und schwer, ein toter Mörder, der wehrt sich nicht mehr. Die ganze Herde lauscht dem Priester beim Gebet, Nur der alte Säufer fehlt, der dort im Schatten steht. Er starrt ihn an mit glasig-trübem Blick, Er kotzt vor den Saloon und taumelt dann zurück, Der Kopfgeldjäger tippt zum Gruß an den Hut, sein grauer Poncho riecht nach Schweiß und Blut. Er lässt den Trinker stehen, bleibt kalt und stumm, er lenkt den schwarzen Hengst zur Holzkirche herum. [Strophe 3] Er reißt ein Streichholz an der Kirchenmauer an, er entzündet seine kippe und zieht kräftig dran. Der blaue Rauch mischt sich in den Morgendunst, die Hand ruht auf dem Colt, er vertraut auf Gottes Gunst. Der Kopfgeldjäger lehnt sich stumm an die Fassade, er lauscht dem Gesang von Erlösung und Gnade. Ein Tropfen von El Viudos Blut fällt klatschend in den Dreck, er schnippt die Kippe weg, er bewegt sich nicht vom Fleck. [Refrain] Ein falscher Priester im geweihten Gewand, sein Schicksal liegt längst in des Totengräbers Hand. Das Kreuz aus Gold, doch die Seele ist leer, heute hilft ihm kein Heiland und kein Beten mehr. Oh, singt eure Lieder, fallt auf die Knie, dem Teufel entkommt dieser Prediger nie. [Strophe 4] Das „Amen“ erklingt, die Messe ist aus, die fromme Gemeinde strömt langsam heraus. Sie ziehen an ihm vorbei, blind für die Gefahr, er steht im Schatten der Tür, beinahe unsichtbar. Die Pforten stehn offen, der Weihrauch schwebt umher, der Kopfgeldjäger tritt ein, die Holzbänke sind leer. Seine schweren Stiefel federn leise durch den Gang, sein langer Schatten kriecht den Mittelgang entlang. [Strophe 5] Er lässt den Blick durch die leeren Reihen schweifen, als seine Augen etwas auf den Bänken streifen. Da liegt der Rosenkranz auf Eichenholz, er ist Bones wertvollstes stück und sein ganzer Stolz. Er greift sich den Kranz, tritt in den Beichtstuhl ein, dort lauert er im Dunkeln wie in einem Totenschrein. [Strophe 6] Aus der Sakristei tritt Bone, er zieht das Priesterkleid glatt, doch er merkt, dass er etwas verloren hat. Er sucht seinen Kranz, die Perlen schwarz und schwer, ohne diese Perlen fühlt sich der Prediger so leer. Er murmelt leise Flüche, die nicht zur Kirche passen, denkt sich: „Ich hab ihn wohl im Beichtstuhl liegen lassen.“ [Strophe 7] Er zieht den Samt beiseite, tritt in das Dunkel vor, da flüstert eine kalte Stimme leise ihm ins Ohr: „Vergib mir, Vater, denn ich bringe heute Tod. Bone erstarrt im Schatten, er sieht welches Schicksal droht. Die Schlinge aus Perlen legt sich eng um seinen Hals, der Jäger zieht sie zu mit gnadenloser Gewalt. [Strophe 8] Kein Beten hilft ihm jetzt, er ringt nach letzter Luft, der eigene Rosenkranz reißt ihn hinab in die Gruft. Die Augen treten vor, die Halsschlagader schwillt, bis sich das dunkle Urteil im Beichtstuhl erfüllt. Sein Körper bäumt sich auf, bis sein Leben erlischt, nun steht Reverend Bone vor des Teufels Gericht. [Refrain] Ein falscher Priester im geweihten Gewand, sein Schicksal liegt längst in des Totengräbers Hand. Das Kreuz aus Gold, doch die Seele ist leer, heute hilft ihm kein Heiland und kein Beten mehr. Oh, singt eure Lieder, fallt auf die Knie, dem Teufel entkommt dieser Prediger nie. [Outro] Der Kopfgeldjäger tritt ins Licht, verlässt den dunklen Ort, und schleift die tote Beute wortlos mit sich fort. Er legt ihn zu El Viudo, der schon quer im Sattel hängt, während der Wind den Weihrauch aus der Kirche drängt. Er sitzt auf, greift die Zügel, reitet aus der Stadt hinaus, in Santa Ana fällt heut die Abendmesse aus. Der Weg führt in die Berge unter einem grauen Schleier, denn hoch oben in den Gipfeln, da wartet schon der Geier.