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Armand

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V6-MINI

ARMAND Du suchst nach einer Antwort, doch stellst du die richtige Frage? Du trägst so viele Schatten und nennst sie deine Last. LOUIS Wer bist du, dass du mich so siehst? Als würdest du erkennen, was ich selbst nicht versteh. ARMAND Ich bin geblieben, als andere längst vergangen waren. Ich sah Städte sterben, sah Könige zu Staub zerfallen. Und trotzdem stehst du hier und fragst noch immer: „Warum?“ LOUIS Weil ich nicht weiß, was aus mir geworden ist. Ich wollte nur leben. Doch jedes Leben, das ich berühre, verliert sich in der Nacht. ARMAND Dann hör auf, vor dir selbst davonzulaufen. Du bist nicht das Monster, das du in dir suchst. Du bist nur jemand, der zu lange versucht hat, Mensch zu bleiben. LOUIS Und wenn ich keiner von beiden bin? Nicht Mensch. Nicht Monster. Was bleibt dann? ARMAND Du. Und das ist vielleicht das Schwerste von allem. ARMAND Ich kenne die Einsamkeit eines ewigen Lebens. Jahrhundert um Jahrhundert, Gesicht um Gesicht. Alle gehen. Alle vergessen. Nur die Nacht bleibt. LOUIS Warum erzählst du mir das? ARMAND Weil du zuhörst. Weil du noch Fragen stellst. Und weil ich glaube, dass du noch nicht entschieden hast, wer du sein willst. LOUIS Vielleicht habe ich Angst vor dieser Entscheidung. ARMAND Dann bleib. Nicht für mich. Für dich. LOUIS Und wenn ich gehe? ARMAND Dann geh. Aber du wirst irgendwann verstehen: Manche Türen öffnen sich nur einmal. LOUIS Ich weiß nicht, ob ich dir vertrauen kann. ARMAND Das musst du nicht. Vertrauen ist nur ein anderes Wort für Hoffnung. Und Hoffnung… ist gefährlich. LOUIS Dann warum gibst du sie mir? ARMAND Weil du sie noch hast. Und weil ich sehen möchte, was aus dir wird. LOUIS Vielleicht… ist das genau das, wovor ich Angst habe. ARMAND Bleib. LOUIS Ich weiß es nicht. ARMAND Das reicht.