
[Intro: spoken, low, almost whispered over distant sirens] Dezember fünfundzwanzig… irgendwo brennt noch ’ne Kerze. Ob die wirklich was ändert? Keine Ahnung. [Part 1: rap, slow & intimate] Dezember fünfundzwanzig, Minusgrade, Stadt ist leer Amazon liefert bis Mitternacht, Gott offenbar nicht mehr Tannenbaum aus Plastik, 60 Prozent reduziert und das Jesuskind in der Krippe hat jemand mit nem QR-Code frisch garniert. ich scroll durch Kriegsbilder, dann durch Werbung für Frieden dazwischen Werbung für Waffen – der Algorithmus wird das nie raffen Mama fragt: „Kommst du zur Kirche?“ Ich sag: „Weiß nicht, ob ich noch glaub, dass da jemand wirklich zuhört, wenn wir schreien“ [Hook: female, ghostly, layered harmonies] Und trotzdem… brennt irgendwo Licht und trotzdem… singt irgendwer mit Dezember fünfundzwanzig, Dezember fünfundzwanzig, vielleicht reicht ja ein Funke, damit wieder alles Sinn ergibt? [Part 2: rap, flow becomes faster, more aggressive] Kirchen leer, aber die Spendenbox piept bei jedem Contactless Pfarrer streamt die Predigt, 4K, aber keiner checkt des draußen steht ein Junge, keine 14, dealt ohne jeden Respekt fragt mich nach Feuer – ich geb ihm meins und frag: „Glaubst du noch an was?“ Er lacht müde: „Glaub an morgen? Kaum. Aber heute Nacht… vielleicht.“ [Hook: female + faint children choir in background] Und trotzdem… brennt irgendwo Licht und trotzdem… singt irgendwer mit Dezember fünfundzwanzig, Dezember fünfundzwanzig vielleicht ist Wunder nur ein andres Wort für „wir schaffen’s doch noch irgendwie“ [Part 3: rap, storytelling, almost spoken] Obdachlose teilen Glühwein vor der Sparkasse Flüchtlingskind malt mit Fingerfarben einen Stern auf den Asphalt in der Menschenmasse im Krankenhaus stirbt jemand – im Nebenbett wurd wer geboren beides gleichzeitig, beides heilig, beides schon verloren und ich steh dazwischen, mit ’nem viel zu teuren Kaffee und frag mich, ob das jetzt Gott ist und ich es einfach nicht raffe oder sind das einfach Menschen, die trotz allem nicht aufhören zu lieben (lieben...lieben immer wieder lieben) [Bridge: female + male, half-sung, choir swells] Vielleicht ist das der Deal: vielleicht sind ja wir das Wunder, das wir nicht mehr erwarten vielleicht sind ja wir das Licht, das wir selbst anzünden müssen wenn keiner mehr vom Himmel kommt. [Part 4: double-time, angry → hopeful] Also scheiß auf Perfektion, scheiß auf dogmatische Lügen scheiß auf „früher war alles besser“ – früher war auch Krieg und Betrügen heute Nacht zählt nur, wer noch die Hand aufhält wer noch sagt: „Komm rein, ist warm, es reicht für alle, dass sich niemand quält“ Dezember fünfundzwanzig– vielleicht kommt ja so der neue Messias in unsre Welt: wir, kaputt und laut und trotzdem irgendwie bereit und auserwählt? [Outro: full children choir + broken music-box + fading 808s] Dezember fünfundzwanzig… wir sind das Licht Dezember fünfundzwanzig… wir sind noch nicht fertig Dezember fünfundzwanzig… Frohe Weihnachten oder so. [Beat out, only a single church bell and wind] [END]

