
ICH GEH NICHT DRÜBER [Intro – Mann, tief] Du kannst mich reizen. Du kannst mich drücken. Du kannst versuchen, meinen Kompass zu verrücken. [Frau] Du kannst mir sagen: „Das macht doch jeder.“ Doch falsch wird nicht richtig, nur weil es viele tun. [Beide – kraftvoll] Es gibt eine Linie. Und wir wissen, wo sie steht. ⸻ [Strophe 1 – Mann] Ich könnte lügen, um zu gewinnen, könnte schweigen und mich selbst befrein. Könnte einen anderen fallen lassen und sagen: „Soll eben so gewesen sein.“ [Frau] Ich könnte Worte zu Waffen machen, eine Geschichte drehen, bis sie mir gehört. Könnte Wahrheit gegen Vorteil tauschen, wenn am Ende keiner meine Lüge hört. [Mann] Doch was bleibt von mir, wenn ich dafür mich selbst verlier? [Frau] Was ist ein Sieg noch wert, wenn mein Gewissen ihn zerstört? ⸻ [Pre-Chorus – abwechselnd] Mann: Nicht alles, was ich kann — Frau: werde ich tun. Mann: Nicht jeden Gegner — Frau: muss ich zerstören. Mann: Nicht jede Wahrheit — Frau: lässt sich kaufen. Beide: Und nicht jede Grenze ist dazu da, sie zu überlaufen! ⸻ [REFRAIN – BEIDE / groß] ICH GEH NICHT DRÜBER! Auch wenn die ganze Welt mich schiebt. ICH GEH NICHT DRÜBER! Auch wenn mir keiner dafür etwas gibt. Wenn Lügen leichter wären, bleib ich trotzdem bei der Wahrheit. Wenn Hass mir einen Vorteil bringt, entscheid ich mich für Menschlichkeit. ICH GEH NICHT DRÜBER! Nicht aus Angst. Nicht wegen Strafe. Sondern weil ich wissen will, wer morgen in meinem Spiegel steht. Das ist meine Linie. Das ist meine Haltung. Das bin ich. ⸻ [Strophe 2 – Frau] Moral ist einfach, wenn nichts auf dem Spiel steht, wenn Wahrheit keinen Preis verlangt. Doch zeig mir, wer du wirklich bist, wenn deine eigene Welt daran hängt. [Mann] Wenn hundert Menschen gegen einen stehen und jeder ruft: „Dann mach doch mit!“ Hast du den Mut, allein zu bleiben und zu sagen: „Nein. Ich sah es nicht.“ [Frau] Keinen Menschen falsch beschuldigen. [Mann] Keine Schwäche ausnutzen. [Frau] Keinen am Boden weiter treten. [Mann] Keine Wahrheit zurechtstutzen. [Beide] Denn Charakter beginnt dort, wo der eigene Vorteil endet. ⸻ [Pre-Chorus – steigend] Frau: Ich brauche keinen Richter. Mann: Ich brauche kein Gesetz. Frau: Ich brauche keine Kamera — Mann: die jeden meiner Schritte sieht. Beide: Ich brauche nur die eine Frage: Kann ich morgen noch der Mensch sein, der ich heute sein will? ⸻ [REFRAIN – BEIDE] ICH GEH NICHT DRÜBER! Auch wenn die ganze Welt mich schiebt. ICH GEH NICHT DRÜBER! Auch wenn mir keiner dafür etwas gibt. Wenn Lügen leichter wären, bleib ich trotzdem bei der Wahrheit. Wenn Hass mir einen Vorteil bringt, entscheid ich mich für Menschlichkeit. ICH GEH NICHT DRÜBER! Nicht aus Angst. Nicht wegen Strafe. Sondern weil ich wissen will, wer morgen in meinem Spiegel steht. Das ist meine Linie. Das ist meine Haltung. Das bin ich. ⸻ [Bridge – erst fast gesprochen] Mann: Gib mir Macht — und du siehst meinen Charakter. Frau: Gib mir einen Feind — und du siehst meine Moral. Mann: Gib mir die Möglichkeit zu lügen — Frau: ohne jemals erwischt zu werden. Beide – leise: Und dann schau, wo ich stehen bleibe. [Pause] Mann: Anstand ist keine Schwäche. Frau: Wahrheit ist keine Naivität. Mann: Vergebung ist keine Niederlage. Frau: Und Menschlichkeit ist keine Feigheit. Beide – zunehmend laut: Es braucht keine Stärke, einen Wehrlosen zu zerstören. Es braucht Stärke, es nicht zu tun! ⸻ [BREAKDOWN – Schlagzeug setzt hart ein] Mann: Wenn andere lügen — Frau: BLEIB WAHR! Mann: Wenn andere treten — Frau: BLEIB STEHEN! Frau: Wenn andere hassen — Mann: BLEIB MENSCH! Beide: UND WENN SIE DICH ÜBER DIE LINIE ZIEHEN WOLLEN — NEIN! ⸻ [FINALER REFRAIN – BEIDE + CHOR] ICH GEH NICHT DRÜBER! Nicht für Geld! Nicht für Rache! Nicht für Macht! Nicht für Applaus! ICH GEH NICHT DRÜBER! Ich verkaufe meine Wahrheit nicht, nur damit eine Lüge besser klingt. Ich zerstöre keinen Menschen, nur damit mein eigener Name gewinnt. Denn irgendwann verstummen Stimmen. Irgendwann geht jedes Licht aus. Und dann bleibt nur eine Frage: Wer warst du, als du alles hättest tun können? [Beide + Chor] Wir kannten die Grenze. Wir hatten die Wahl. Und wir blieben stehen. Nicht weil wir mussten. SONDERN WEIL WIR MENSCHEN SIND. ⸻ [Outro – Mann und Frau leise gemeinsam] Meine Linie. Meine Haltung. Mein Gewissen. Ich geh nicht drüber.

