
Identität oder Rolle (Remastered)
[Hook] Ich hab zwei Gesichter, beide echt, doch keins ist ganz komplett Eins trägt Anzug, eins trägt Narben, beide nennen sich „Respekt“ Ich bin privat und funktional, derselbe Mann in zwei Systemen Und manchmal frag ich mich, wer von beiden darf hier wirklich leben Ich hab zwei Stimmen in mir drin, die eine flüstert, eine schreit Die eine will nur in Ruhe sein, die andre frisst Verantwortung, Zeit Ich geb mein Bestes in der Rolle, doch die Rolle frisst mich an Und wenn ich falle, seh ich erst, wie wenig Platz ich selber hab [Part I] Ich geh durch Türen, die nach außen wirken wie Erfolg und Macht Doch innen drin sitzt jemand, der die Rechnung leise macht Ich bin Chef, ich bin Kollege, ich bin Stütze, ich bin Wand Und jedes „alles gut“ zerbricht ein Stück in meiner Hand Ich geb Struktur, wenn and’re wanken, spiel den Fels in jedem Sturm Doch wer hält mich, wenn meine Ruhe wieder kippt und wird zu Lärm Ich bin Vorbild wider Willen, bin Projektionsfläche für Kraft Doch keiner sieht, was hinter meiner Stirn im Schatten wacht Ich funktionier in jeder Rolle, weil man mir das so beigebracht „Reiß dich zusammen“, hat man mir früher beigebracht Und heute nick ich, wenn sie sagen, dass ich stark bin, konsequent Doch frag mich nachts im dunklen Zimmer, ob mich irgendwer erkennt [Hook] Ich hab zwei Gesichter, beide echt, doch keins ist ganz komplett Eins trägt Anzug, eins trägt Narben, beide nennen sich „Respekt“ Ich bin privat und funktional, derselbe Mann in zwei Systemen Und manchmal frag ich mich, wer von beiden darf hier wirklich leben Ich hab zwei Stimmen in mir drin, die eine flüstert, eine schreit Die eine will nur in Ruhe sein, die andre frisst Verantwortung, Zeit Ich geb mein Bestes in der Rolle, doch die Rolle frisst mich an Und wenn ich falle, seh ich erst, wie wenig Platz ich selber hab [Part II] Ich bin Partner, Liebhaber, Schutzschild, Kompass und Gewicht Ich halt mein Wort, auch wenn der innere Kompass bricht Ich bin der Ruhige im Sturm, der den Boden stabil hält Während innerlich ein Teil von mir den Ausgang sucht, schnell Ich trenne Herz von Pflicht, doch diese Linie ist zu dünn Denn auch wenn ich sie zieh, läuft immer wieder etwas mit Ich lächel funktional, doch das private Ich sieht zu Wie jede neue Rolle wieder frisst, was mir gehört und Ruhe sucht Ich will nicht mehr entscheiden zwischen „Mensch“ und „Maschine sein“ Zwischen Klarheit und Perfektion, zwischen Nähe und Allein Ich will existieren ohne Funktion in jedem Satz Doch wenn die Welt mich ruft, dann steh ich da. Und tu mein’n Job. Zack. [Bridge] Ich frag mich oft: Bin ich die Maske oder das Gesicht dahinter Bin ich der Körper oder nur der Schatten im Zimmer Bin ich die Stimme, die befiehlt Oder die, die stumm verliert Wenn niemand hinsieht außer mir [Hook] Ich hab zwei Gesichter, beide echt, doch keins ist ganz komplett Eins trägt Anzug, eins trägt Narben, beide nennen sich „Respekt“ Ich bin privat und funktional, derselbe Mann in zwei Systemen Und manchmal frag ich mich, wer von beiden darf hier wirklich leben Ich hab zwei Stimmen in mir drin, die eine flüstert, eine schreit Die eine will nur in Ruhe sein, die andre frisst Verantwortung, Zeit Ich geb mein Bestes in der Rolle, doch die Rolle frisst mich an Und wenn ich falle, seh ich erst, wie wenig Platz ich selber hab [Part III – Extended Final] Ich bau mein Leben Stein für Stein, doch jedes Teil trägt zwei Bedeutungen Ein Teil gehört der Welt da draußen, einer nur den leisen Träumen Ich balanciere zwischen Pflicht, Kontrolle, Härte, Disziplin Und einem Ich, das irgendwo im Hintergrund versucht zu blüh’n Ich weiß, ich bin nicht Opfer, ich bin Architekt von dem, was trägt Ich geh den Weg bewusst, auch wenn er selten leicht wirkt, selten schmeckt Doch ich will lernen, beide Seiten nicht mehr gegeneinander zu stellen Sondern ich sein, ohne ständig jemand and’ren darzustellen Und wenn sie fragen, wer ich bin Sag ich nicht mehr nur meine Rolle Ich sag: ich bin der, der sich zusammensetzt Aus allem, was nicht mehr zerbricht Auch wenn es kantig ist Und schwer Und echt

