
Strophe 1 Die Fessel weicht aus jedem Klang, das Frühere sinkt und wandert fort; kein Schritt bestimmt den weiteren Gang, kein Ruf benennt den neuen Ort. Strophe 2 Die Schwere verliert nun jeden Halt, der Boden gibt die Richtung frei; die Hülle wechselt die Gestalt und zieht an jeder Schwelle sacht vorbei. Strophe 3 Die Richtung selbst vergeht und schweigt, der Raum verliert den alten Sinn; wohin sich dieses Schweben neigt, bleibt zwischen Ende und Beginn. Strophe 4 Der Widerstand in uns vergeht, die vertraute Grenze zieht vorbei; kein Wort erklärt, was vor uns steht, kein Pfad legt seinen Ausgang frei. Strophe 5 Ob Fall, ob Flug, ob ander’s Sein, kein Zeichen hält die Deutung fest; der Übergang führt uns hinein, und jede Antwort lässt einen Rest. Strophe 6 Am Ende fällt kein letztes Wort, die Bindung löst sich, gibt uns frei; nichts führt zurück, nichts trägt uns fort, nur Schweigen weiß, was danach sei.

