
Ausm Münchner Norden Ih hab an Spezl ausm Münchner Norden ghabt und mein Oberschleißheim is ja da gleich daneben und ah Mädl aus dem selben Viertel hab ih ah kennt, des hat do glebt wo ma früher mit oam Wort ois gsogt hod, im Hasenbergl. Meine Bekannten aus der Gegend warn a bisserl stigmatisiert, wenns gsogt ham wos her sand und in da Schul hab ih an Klassenkameraden ghabt der ausm Hasenbergl zu uns in d`Schul kemma is, weils do so zuaganga sein soi. Des Mädl des ih von do hinter der Dülferstraß kennt hob war a sehr anständigs Mädl, aber ih woaß no wia ih ma de Gegend genauer ohgschaut hab, hab ih Mitleid mit dem Mädl ghabt. Raus aus solche Verhältnisse, des wars wos de wollt. Genauso mei Spezl, der mit mir bei BMW gearbeitet hat, do war ah no des Schwert des Alkohols in der Familie, quasi der Frust der Situation is do immer mitgschwunga. Für mich warn des arme Leut, Leut wo ma sich fragt, wia ma dene helfa kannt. Aus der Bekanntn und dem Spezl is bestimmt wos gworn und de wern ned vergessn kenna, aus wos für na vernachlässigten Gegend sie kemma sand. Ma hätt des nia dacht, dass der Hintergrund so ärmlich war, aber der Charakter war deswegen no lang ned arm. Des wär die schlimmste Armut, wenn der Charakter verarmt, wenn die Umgangsformen verloren gehn, wenn der Wunsch nach am bessern Leben verloren geht. Ausm Münchner Norden kemman heut ah sehr wohlhabende Leut, de hods ah damois scho gebn, aber ih hab no mehr de Armen erlebt und hättst as damois gfragt, sie hättn aus Scham niamois gsagt, der Münchner Norden is s`Armenhaus Münchens. Ih hab ah gnuag Leut aus`m Süden, Westen und Osten Münchens kennt und geistige Armut war gar ned so des Herausragende des Münchner Nordens. Armut is vui tiefer gehend und die Reichen dürften sich Armut gar ned leistn, denn ah gewisse Ausgewogenheit is für alle Gesellschaftsschichten nur von Vorteil und selbst des Hasenbergl is ned mehr des Hasenbergl des moi war.

