
ℹ️ Der Erdmannlistein in Wohlen, Kanton Aargau, Schweiz ist ein markanter, grosser Findling, der während der letzten Eiszeit von den Gletschern dorthin transportiert wurde. Der Stein ist lokal bekannt und es rankt sich eine Sage um den Findling, wonach sogenannte Erdmannli (Wichtel, Kobolde) dort gehaust haben sollen. ℹ️ _____________________________________________ ᛇ DÄ ERDMANNLI-SCHTEI ᛇ ( Ä Saag in Aargauer Mundart. Idee, Konzäpt ond Mundart-Dichtig vom B.R. Meier ) ᚱ ᛃ ᛇ Vor tuusige Johre het än Gletscher träit Drüü grossi Blöck us Fels-Geschtei Und sie im Wohler Wald abgleit. Dört sind sie plibe, schtumm und chalt Äone lang trotzet aller Naturgewalt. ᛉ ᛜ ᚺ Johrhundert schpöter sind Druide uftaucht Mit magische Ritual und heiligem Rauch. Mit Ihrne Zauberschpröch händ sie s schliesslech gschafft Dass die Felse afönd schwäbe, mit geischtiger Chraft! So händ sich die gwaltige Brocke ufgschichtet Wird i den alte Legände scho prichtet. ᚨ ᚹ ᛉ Die keltische Druide sind vor langer Ziit verschwonde Blibe isch ä Höhli onder de Felse, im Bode, - onde Dört sind viel schpööter denn Erdmannli go huuse Händ gwärchet jede Tag, händ gchochet und pfuuset. ○ Refrain Erdmannli, Erdmannli, äs flüschteret im Wind psuechet de Schtei wo d Ziit nie verrinnt. I de Nächt voller Näbel, wenn de Mond isch schön voll Ghöret er d Erdmannli und Geischter voll Groll ᛃ ᛞ ᚹ D Erdmannli händ de Lüüt viel gholfe im Läbe Händ d Götter agrüeft für Chorn und vil Räbe So mängge Puur isch dankbar gsii, für so vil Säge Für riichi Ernte, fruchtbars Land und Sommer-Räge. ᚱ ᛏ ᛞ Sie händ sich bedankt bi dä Erdmannli mit Gmües und Fröcht Und d Erdmannli sind tanzed um ihre Felse, wie verröckt Bis zum Tag, wo zwöi bösi Buebe Schtei in d Höli gworfe händ Und d Erdmannli vo dem Tag a für immer verschwunde sind. ᛜ ᛉ ᛝ S git Lüüt wo säget dass d Erdmannli wieder vöre chömed Wenn s öpper schafft, 7 Mal z ränne, ohni eimal z schnuufe z ringel ume, um de mystisch Schtei-Huufe Das isch aber unmöglich, es hetts bis jetzt niemert gschaffft Und sie pliibed verschwunde - ganz ohni Zauberchraft. ○ Refrain Erdmannli, Erdmannli, äs flüschteret im Wind psuechet de Schtei wo d Ziit nie verrrinnt I de Nächt voller Näbel, wenn de Mond isch schön voll Ghöret er d Erdmannli und Geischter voll Groll ○ Refrain (Wiederholig) Erdmannli, Erdmannli, äs flüschteret im Wind psuechet de Schtei wo d Ziit nie verrrinnt I de Nächt voller Näbel, wenn de Mond isch schön voll Ghöret er d Erdmannli und Geischter voll Groll ________________________________ https://de.wikipedia.org/wiki/Erdmannlistein ________________________________ Übersetzung von Mundart ins Hochdeutsche: ᚱ ᛃ ᛇ Vor tausenden von Jahren trug ein Gletscher Drei grosse Blöcke aus Felsgestein Und lud sie ab bei Wohlen, im Wald Dort verblieben sie, stumm und kalt Trotzten Äonen der Naturgewalt. ᛉ ᛜ ᚺ Jahrhunderte später tauchten Druiden auf Mit magischen Ritualen und heiligem Rauch. Mit Ihren Zaubersprüchen schafften sie es schliesslich Dass die Felsen zu schweben anfingen, mit geistiger Kraft! So schichteten sich die gewaltigen Brocken auf Darüber wird in den alten Legenden schon berichtet. ᚨ ᚹ ᛉ Die keltischen Druiden verschwanden schon vor langer Zeit Zurückgeblieben war eine Höhle, bei den Felsen im Boden Viel später hausten dort dann sogenannte Erdmannli (Art Kobolde) Arbeiteten jeden Tag, kochten und schliefen dort. ○ Refrain Erdmannli, Erdmannli, es flüstert im Wind Besucht den Stein, wo die Zeit nie verrinnt. In den Nächten, voller Nebel, wenn der Mond voll ist Hört ihr die Erdmannli und die Geister voller Groll. ᛃ ᛞ ᚹ Die Erdmannli halfen den Leuten viel im Leben Riefen ihre Götter an und baten um Korn und viele Reben So mancher Bauer war dankbar für so viel Segen Für reiche Ernten, fruchtbares Land und Sommerregen. ᚱ ᛏ ᛞ Sie bedankten sich bei den Erdmannli mit Gemüse und Früchten. Und die Erdmannli tanzten um ihren Felsen, wie verrückt. Bis zu dem Tag, wo zwei böse Buben Steine in die Höhle warfen Und die Erdmannli von dem Tag an für immer verschwanden. ᛜ ᛉ ᛝ Es soll Leute geben, die sagen, dass die Erdmannli wieder hervorkommen würden Wenn jemand es schaffe, 7 Mal um den Steinhaufen zu rennen, Rundherum mit angehaltenem Atem Das sei aber unmöglich und bis zum heutigen Tag hat es auch niemand geschafft. Und so bleiben sie verschwunden, ganz ohne Zauberkraft. ○ Refrain Erdmannli, Erdmannli, es flüstert im Wind Besucht den Stein, wo die Zeit nie verrinnt. In den Nächten, voller Nebel, wenn der Mond voll ist Hört ihr die Erdmannli und die Geister voller Groll.

