
Vorwort Ich komme mir a bisserl vor als dass ich die Zukunft aussitze, das hört sich bestimmt etwas komisch an, ist aber ganz ernst von mir gemeint. Das mit der Zukunft ist ja nicht wie ein Problem, das man aussitzt, überhaupt lassen sich nur die wenigsten Probleme aussitzen, weil dann überstehen sie einen nur. Ich möchte jetzt auch nicht mich im Anblick der zukünftigen Probleme mürbe machen und wahrlich, da gäbe es etliches um Sie, inklusive mich, zu zermürben. Da sitze ich und dort ist diese Zukunft an der ich heute schon hänge. Ich meine, ich hänge so am Banderl, an einer Schnur die von der Zukunft her an mir hängt und mich verbindet mit dieser Zukunft. Ich vermute, auf der Verwirrungsskala die nach oben hin offen ist, bewege ich mich für viele die jetzt diese Worte in sich aufnehmen ganz oben. Entschuldigung, aber ich will mir erlauben, a bisserl Zukunft auszusitzen und das geht halt mal nicht anders als in diese Zukunft zu blicken, respektive an der Schnur oder dem Banderl festzuhalten, welches in die Zukunft reicht und fast eine Rettungsringfunktion inne hat. Im Aussitzen will ich mir den Luxus gönnen, diese Zukunft gegen die Gegenwart zu stellen, das erzeugt Reibung und diese Reibung ist mein dichterischer Treibstoff. Was hat es mit dieser Zukunft auf sich um aus dieser verklausulisierten Sprache herauszukommen oder soll ich auf Bayerisch sagen „Sog scho, ruck raus mit da Sprach! Oder wuist uns dumm sterbn lassn?“ Nein, niemand stirbt, zumindest bitte nicht im Moment. Diese Zukunft wird jeden auf ihre Weise einholen und die Zukunft ist um es punktum zu sagen soviel wie unser Schicksal, noch genauer sag ich es mit dem Wort eines der größten evangelischen Prediger die Deutschland wohl je hatte, Wilhelm Busch. Nein, der Dichter ist nicht gemeint Sein größter Buchtitel und mein Motto: „Jesus unser Schicksal.“ Das ist das Thema der Zukunft, welches heute schon seine Schatten vorauswirft, fröhliche und auch bittere. Sind Sie jetzt schockiert und bringen es nicht in eine Reihe, boarischer Dichter und dann sowas, Jesus unser Schicksal, wie passt das zusammen? Das passt und die Zukunft hat viel mit Glauben zu tun, was eben nicht ein Annehmen von irgendwelchen Sätzen meint. Es geht genau darum, was sich vor Augen abspielt und hierrüber muss man oft Sitzfleisch beweisen, eben a bisserl die Zukunft aussitzen, das mache ich, wenn es mir erlaubt ist, am liebsten im Cafehaus und doch ist diese Cafehausgeherei oder jetzt dann im Sommer, diese Seerumliegerei, nur ein kleines Fenster der Zukunftsaussitzerei. Ich meine halt, alles kommt so wie es kommen muss. Mein großer Prophet Jesus hat doch genau gesagt, was passieren wird und da stelle ich mich gern hinter meinen Herrn… Wenn Sie ihn geliebt, gehasst, verfolgt…haben, dann weiß ich doch um meine Zukunft und weil der Blick in die Gesellschaft vom Blick auf diesen Jesus getragen ist, ist auch die Zukunft der Gesellschaft kein so großes Geheimnis. Also dann machen wir uns an die großen und kleinen Geheimnisse. Ich lade Sie ein, eine Schau in die umliegende Zukunft eines bayerischen Dichters zu unternehmen, der eine sehr bürgerliche Sicht der Dinge hat. Kommen Sie und wenn Sie mit Jesus nichts anfangen können, trösten Sie sich, ein Paulus als Professor für Religion ein oberster Pharisäer verfolgte die Christen bis auf `s Blut und was hatte der Paulus für eine Zukunft vor sich! Ich bin sprachlos und versuche es mit Worten in meiner Sprache auszudrücken. Deswegen wird`s manchmal deftig bayerisch und im nächsten Moment geht es seicht hochdeutsch weiter, mal heiter, mal mit erhobenem Finger, die Zukunft ist kein Kinderspiel. Aber jetzt den letzten Schluck Kaffee und dieses Vierteljahr beginnt. Gruß aus`m Cafehaus Roland, a boarischer Dichter

