
Roseg
Kalter Atem. Helles Holz. Ein Weg im Weiss. Sonst nichts. Ich kam mit Stimmen unter der Stirn. Mit engem Herz. Mit schwerem Blick. Dann standest du da. Still. Als hättest du auf niemanden gewartet. Roseg, du nennst mich nicht. Und doch bleib ich. Roseg, in deinem Schweigen verliert das Dunkle sein Gewicht. Zwischen Stämmen fiel etwas ab, das keinen Namen tragen wollte. Am Wasser wurden die Hände klar. Im Schatten der Bäume das Denken weit. Roseg, du nennst mich nicht. Und doch bleib ich. Roseg, in deinem Schweigen verliert das Dunkle sein Gewicht. Vielleicht war ich schon einmal hier, bevor ich wusste, wer ich bin. Vielleicht erkennt dein altes Licht noch etwas in mir, das ich verlor. Im Sommer grün. Im Winter fern und weiss. Doch immer dieselbe Güte. Kein Ruf. Kein Trostwort. Nur Erde. Nur Wasser. Nur Zeit. Roseg, du nennst mich nicht. Und doch bleib ich. Roseg, in deinem Schweigen verliert das Dunkle sein Gewicht. Wenn alles eng wird, finde ich dich im Baum, im Fluss, im Atem dazwischen. Roseg.

