
Die Akten stapeln sich zu einem Turm Ich füttere ihn, den Prozesswurm Er frisst sich durch das graue Papier Er frisst die Zeit, er frisst das „Wir“ Das Licht im Büro ist ein blasses Blau Ich suche nach Fehlern, ich such nach dem „Genau“ Die Zeiger drehen sich, doch ich bleib stehen Im Windschatten der Paragrafen wehen Und die Tinte trocknet langsam ein Ich will kein Teil der Ordnung sein Doch der Wurm gräbt tiefer, Tag für Tag Ein langsamer, stetiger Herzschlag Lauf, lauf, mein Wurm, durch das Labyrinth Wo die Hoffnungen in der Akte ersticken Lauf, lauf, mein Wurm, durch den dunklen Gang Die Antwort hallt wie ein leiser Gesang Wir sind nur Schatten in der Bürokratie Gefangen im Takt einer starren Melodie Stempel klicken wie ein schwerer Regen Auf dem Pfad, auf dem wir uns alle bewegen Verordnungen, Fristen, ein stummes Gebet Dass sich der Wind morgen endlich mal dreht Ich sehe die Zeilen, sie brennen im Blick Kein Vorwärts mehr, und kein Zurück Nur die Spur, die er hinterlässt im Raum Ein kleiner, kalter, bürokratischer Traum Kein Ausgang, kein Ende, nur das Papier Es frisst meine Gedanken, es frisst das Hier Kopf unter Wasser, die Tinte wird schwer Ich find das Ufer nicht mehr... Ich find das Ufer nicht mehr! Lauf, lauf, mein Wurm, durch das Labyrinth Wo die Hoffnungen in der Akte ersticken Lauf, lauf, mein Wurm, durch den dunklen Gang Die Antwort hallt wie ein leiser Gesang Wir sind nur Schatten in der Bürokratie Gefangen im Takt einer starren Melodie Lauf, lauf... Nur noch ein Blatt Papier. Lauf, lauf... Der Wurm gehört jetzt mir.

