
Der Hahn schreit morgens gegen vier, als wär der ganze Hof bei mir. Die Kuh will raus, das Schwein will rein, der Knecht schläft noch – so muss das sein. Der Brunnen friert, das Feuer raucht, der Stiefel hat ein Loch und taugt seit letztem Herbst schon nicht mehr viel – ach, Landleben, welch Idyll! Ach, wie schön ist doch das Landleben! Mist am Schuh und Stroh daneben. Regen oben, Matsch darunter, doch wir bleiben froh und munter! Kein elektrisches Licht im Haus, dafür geht die Kerze aus. Und fragt mich wer: „Wie geht es dir?“ Sag ich: „Bestens! Bring ein Bier!“ Am Sonntag geht's fein angezogen zur Kirche, frisch und ungelogen. Der Nachbar weiß schon vor halb zehn, mit wem wir gestern tanzen gehn. Die Bäuerin weiß, wer Schulden hat, der Wirt, wer wen geküsset hat. Und selbst der Pfarrer hört geschwind, wer Vater wird – noch vor dem Kind! Ach, wie schön ist doch das Landleben! Mist am Schuh und Stroh daneben. Regen oben, Matsch darunter, doch wir bleiben froh und munter! Kein elektrisches Licht im Haus, dafür geht die Kerze aus. Und fragt mich wer: „Wie geht es dir?“ Sag ich: „Bestens! Bring ein Bier!“ Der Doktor wohnt drei Stunden weit, die Post kommt – wenn sie hat die Zeit. Das Plumpsklo steht bei Schnee und Wind... ...Romantik, wie wir glücklich sind! Ach, wie schön ist doch das Landleben! Sechs Tag' schuften, sonntags beten. Kuh und Kinder, Kraut und Rüben – was kann man daran nicht lieben? Und wird das Leben einmal schwer, dann schenkt der Wirt noch einen her. Wir stoßen an und grölen hier: „Früher war alles besser!“ Ja freilich. Ja freilich.

