
[Intro] Eine Geschichte zwischen dem Vierzigjährigen und Clown-Doktor Quacksalber. [Verse 1] Zwei Clowns, ein Anruf, „Heute neun!“ Der Vierzigjährige: „Ich bin dein.“ Der Freund mit Stimmen vor der Tür, Partnerin Borderline: „Wir ziehen ins Revier – ins Reich der Fliegen, ins Reich der Gier.“ [Refrain] Fliegenpilz, Fliegenpilz, meine Lunge mit Fliegen füllt, alles taumelt, alles will, weiße Punkte, heilig still. Fliegenpilz, Fliegenpilz, Strahl im Magen, Haar verfilzt, Seele steht am Neuanfang, mir ist dabei eine abgegangen – abgegangen, abgegangen, wie ein Zahn aus dem Wahnsinn-Gang. [Verse 2] Ghettoblaster brüllt, die Stadt zerreißt, der Beat schiebt vor, die Menge greift. Nasen rot, die Schuhe blei, „Wir brauchen Pilze, mehr, sofort, herbei!“ [Verse 3] Laternen flackern, Brücken kalt, die Häuser enden – Waldgewalt. Sie lachen schrill, die Büsche beben, die Tiere springen, wollen leben – oder sterben, egal, sie geben. [Bridge] „Pilze!“, schreit der Freund, „ich hör sie schon, sie flüstern unter meinem Ton!“ Der Vierzigjährige nickt im Rausch, die Partnerin: „Der Boden saugt… ich kann nicht weiter, mir wird schief und heiß, der Wald hat Zähne, frisst mich leise.“ [Refrain] Fliegenpilz, Fliegenpilz, meine Lunge mit Fliegen füllt, alles taumelt, alles will, weiße Punkte, heilig still. Fliegenpilz, Fliegenpilz, Strahl im Magen, Haar verfilzt, Seele steht am Neuanfang, mir ist dabei eine abgegangen – abgegangen, abgegangen, wie ein Zahn aus dem Wahnsinn-Gang. [Spoken Word] Die Pfade krümmen sich wie Draht, der Beat zerfetzt den letzten Rat. „Ich kann nicht mehr“, sie bleibt zurück, die Gruppe franst, verliert ihr Glück, verliert den Verstand, verliert den Blick. [Verse 4] Der Freund rennt links, der Vierzig rechts, der Blaster knistert, stottert, hetzt. „Wo seid ihr?“ hallt’s in feuchter Luft, nur Raben kreisen, scharfer Duft – Pilzduft, Wahnsinnsduft, Todesduft. [Verse 5] Die Partnerin sinkt an Wurzelrand, hält ihre Pulse in der Hand. „Zu laut, zu viel, zu schnell, zu weit… der Wald hat Zähne, frisst die Zeit, frisst die Seele, frisst das Sein.“ [Refrain] Fliegenpilz, Fliegenpilz, meine Lunge mit Fliegen füllt, alles taumelt, alles will, weiße Punkte, heilig still. Fliegenpilz, Fliegenpilz, Strahl im Magen, Haar verfilzt, Seele steht am Neuanfang, mir ist dabei eine abgegangen – abgegangen, abgegangen, wie ein Zahn aus dem Wahnsinn-Gang. [Verse 6] Ein Rascheln links, ein Pfeifen sacht, der Freund taucht auf wie aus der Nacht. Der Vierzigjährige: „Komm, wir gehn!“ Die Partnerin steht, die Knie gehn – gehen, knicken, wollen fallen, wollen den Boden küssen, den Wahnsinn ballen. [Verse 7] Der Wald spuckt sie an Asphalt aus, der Beat ist tot, der Akku aus. Die Stadt ist fern, doch Neon mild, und da – am Rand – ein aufgequoll’ner Pilz, fleckig, schwammig, heilig, schwer, die Luft wird dick, sie atmen mehr. [Verse 8] „Heilig“, sagt der Freund ganz klein, „heut’ muss es dieser Eine sein. Dieser Eine, dieser Gott, dieser Giftgott, dieser Mord.“ [Refrain] Fliegenpilz, Fliegenpilz, meine Lunge mit Fliegen füllt, alles taumelt, alles will, weiße Punkte, heilig still. Fliegenpilz, Fliegenpilz, Strahl im Magen, Haar verfilzt, Seele steht am Neuanfang, mir ist dabei eine abgegangen – abgegangen, abgegangen, wie ein Zahn aus dem Wahnsinn-Gang. [Verse 9] Sie stapfen heim durch dünnen Dunst, kein Wort zu viel, nur Atemkunst. Der Ghettoblaster schweigt im Arm, der Bauch vom Vierzigjährigen warm – warm vom Gift, warm vom Wahnsinn, warm vom heiligen, weißen Schein. [Outro – Spoken Word] Wir kamen zu dritt. Sie war weg. Es war zu unangenehm im Wald. Sie sitzt irgendwo. Der Fliegenpilz löst Wärme im Magen aus. Und irgendwo im Kopf geht eine ab. Immer wieder. Ab. gegangen.

