[Spoken narration. No singing. Intimate, low female voice. Slightly raspy, calm and self-assured. Dry humor and warmth. Subtle medieval ambient music follows the mood.] [Long pause.] Diese Frau würde Ärger bedeuten. Ich wusste es sofort. [Small amused breath.] Ich sollte erwähnen, dass ich mich damals noch nicht besonders gut mit Menschen auskannte. Mit Elfen schon. Aber selbst unter Elfen gibt es… [Pause.] …unterschiedliche Sorten. Und Merisiel war definitiv eine eigene Sorte. [Short pause.] Sie war ungefähr in meinem Alter. Und sie war gerade dabei, für viele Jahre hinter Gitter zu wandern. Der Grund dafür war eigentlich ziemlich einfach. Sie hatte versucht, einem Adeligen einen mit Edelsteinen besetzten Degen zu stehlen. [Pause.] Sein Name war Parzival der Fürchterliche. [Small pause.] Zumindest nannte er sich so. [Quiet amusement.] Ich habe ihn später kennengelernt. „Fürchterlich“ war er nicht. Aufgeblasen. Eitel. Und vermutlich sehr stolz auf seinen Degen. [Pause.] Merisiel behauptete später immer wieder, es sei unmöglich gewesen, diesem Mann einen derart wunderschönen Degen zu überlassen. [Small amused breath.] Ich konnte ihre Argumentation durchaus nachvollziehen. [Pause.] Was ich weniger nachvollziehen konnte, war ihre Art, sich dabei erwischen zu lassen. [Short pause.] Als ich sie das erste Mal sah, war sie bereits von Wachen umringt. Sie redete. Sehr viel. Sie gestikulierte. Noch mehr. Und sie erklärte jedem, der es hören wollte, warum eigentlich alle anderen schuld waren. [Pause.] Ich fand das… [Small amused breath.] …höchst amüsant. [Long pause.] Die Wachen fanden es weniger amüsant. Sie wollten sie mitnehmen. Merisiel wollte offensichtlich nicht mitgehen. Also musste ich ihnen erklären, dass ein Rückzug vermutlich die bessere Entscheidung wäre. [Short pause.] Ich habe es etwas deutlicher formuliert. [Quiet amusement.] Sie verstanden es. [Pause.] Merisiel verstand es ebenfalls. Und danach wurden wir Freunde. [Long pause.] So einfach kann das manchmal sein. [Pause.] Wir zogen fast fünfzehn Jahre gemeinsam durch die Lande. Fünfzehn Jahre. [Small pause.] Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich manchmal, wie ich das überstanden habe. [Quiet laugh.] Wir tricksten. Wir logen. Wir betrogen. Wir stahlen, wenn sich die Gelegenheit bot. Und wenn wir genug Geld hatten… [Pause.] …gaben wir es wieder aus. Meistens in einer Kneipe. [Small amused breath.] Merisiel liebte diese Abende. Ich fand sie anstrengend. Sehr anstrengend. [Pause.] Sie konnte trinken, als hätte sie einen zweiten Magen dafür. Und sie hatte immer irgendeine Geschichte zu erzählen. Meistens eine, die sie selbst deutlich besser aussehen ließ, als sie vermutlich war. [Pause.] Aber ich mochte sie. Sehr sogar. [Long pause.] Merisiel war die erste Person seit langer Zeit, die mir zeigte, wie man einfach nur lebt. Nicht überlebt. Nicht flieht. Nicht nach Antworten sucht. Einfach lebt. [Pause.] Sie half mir auch dabei, mich besser unter die Leute zu mischen. Das war… [Short pause.] …dringend nötig. [Quiet amused breath.] Damals trug ich noch Kleidung, die Merisiel liebevoll als „gammelige Lumpen“ bezeichnete. Ich fand sie praktisch. Sie fand sie beleidigend. [Pause.] Also schleppte sie mich in Geschäfte. Viele Geschäfte. Viel zu viele Geschäfte. [Small pause.] Sie suchte mir eine richtige Abenteurerrobe aus. Funktional. Fein gearbeitet. Und tatsächlich wunderschön. Ohne meine Erscheinung auch nur ein kleines bisschen zu entschärfen. [Pause.] Dann kamen meine Hände. Meine Klauen waren damals extrem lang. Praktisch waren sie. Aber unauffällig… [Short pause.] …waren sie nicht. [Quiet amusement.] Merisiel schleppte mich also zu einem Schmied. Er kürzte sie. Und verzierte sie. Aus den langen metallenen Klauen wurden Schmuckstücke. [Pause.] Wunderschöne Schmuckstücke. Und gleichzeitig waren sie gefährlicher als vorher. [Small amused breath.] Merisiel war sehr stolz auf dieses Ergebnis. Ich war es auch. [Pause.] Zum ersten Mal seit langer Zeit sah ich in einen Spiegel… [Long pause.] …und erkannte mich selbst kaum wieder. Meine verschiedenfarbigen Augen waren geblieben. Meine Haut ebenfalls. Und natürlich das Erbe der Vettel. Das konnte man nicht einfach wegkleiden. Aber zum ersten Mal sah ich nicht nur das Monster, das andere in mir sehen wollten. [Pause.] Ich sah eine Frau. Eine Hexe. Eine Abenteurerin. [Softly.] Neshka. [Long pause.] Und ich glaube… [Pause.] …Merisiel war ein großer Teil davon. Sie erinnerte mich daran, dass ich nicht nur das war, was mir passiert war. [Long pause.] Fünfzehn Jahre. Das ist eine lange Zeit. Aber selbst die schönsten Reisen enden irgendwann. Und unsere… [Pause.] …sollte mit einer Hochzeit enden. [Long pause.] Merisiel war die erste Person seit langer Zeit, die mir zeigte, wie man einfach nur lebt. Nicht überlebt. Nicht flieht. Nicht nach Antworten sucht. Einfach lebt. [Pause.] Sie half mir auch dabei, mich besser unter die Leute zu mischen. Das war… [Short pause.] …dringend nötig. [Quiet amused breath.] Damals trug ich noch Kleidung, die Merisiel liebevoll als „gammelige Lumpen“ bezeichnete. Ich fand sie praktisch. Sie fand sie beleidigend. [Pause.] Also schleppte sie mich in Geschäfte. Viele Geschäfte. Viel zu viele Geschäfte. [Small pause.] Sie suchte mir eine richtige Abenteurerrobe aus. Funktional. Fein gearbeitet. Und tatsächlich wunderschön. Ohne meine Erscheinung auch nur ein kleines bisschen zu entschärfen. [Pause.] Dann kamen meine Hände. Meine Klauen waren damals extrem lang. Praktisch waren sie. Aber unauffällig… [Short pause.] …waren sie nicht. [Quiet amusement.] Merisiel schleppte mich also zu einem Schmied. Er kürzte sie. Und verzierte sie. Aus den langen metallenen Klauen wurden Schmuckstücke. [Pause.] Wunderschöne Schmuckstücke. Und gleichzeitig waren sie gefährlicher als vorher. [Small amused breath.] Merisiel war sehr stolz auf dieses Ergebnis. Ich war es auch. [Pause.] Zum ersten Mal seit langer Zeit sah ich in einen Spiegel… [Long pause.] …und erkannte mich selbst kaum wieder. Meine verschiedenfarbigen Augen waren geblieben. Meine Haut ebenfalls. Und natürlich das Erbe der Vettel. Das konnte man nicht einfach wegkleiden. Aber zum ersten Mal sah ich nicht nur das Monster, das andere in mir sehen wollten. [Pause.] Ich sah eine Frau. Eine Hexe. Eine Abenteurerin. [Softly.] Neshka. [Long pause.] Und ich glaube… [Pause.] …Merisiel war ein großer Teil davon. Sie erinnerte mich daran, dass ich nicht nur das war, was mir passiert war. [Long pause.] Fünfzehn Jahre. Das ist eine lange Zeit. Aber selbst die schönsten Reisen enden irgendwann. Und unsere… [Pause.] …sollte mit einer Hochzeit enden.