
Vorher wieder im Lidl gewesen. Kaum Eink
Vorher wieder im Lidl gewesen. Kaum Einkaufswägen, wie immer. Reingekommen, natürlich den Rucksack nicht ins Schließfach gelegt und schnurstracks an der Security vorbei - die, wie immer, nichts gesagt hat. Ich seh ja nicht aus wie ein Dieb. Sprachgewirr und Kulturenclash vom Feinsten. Und selbst die wenigen, die Deutsch sprechen, sind mir trotzdem fremd. Also alles wie immer in diesem Lidl. Ein paar Fetzen Arabisch, ein bisschen Türkisch und Russisch, dort ein paar Afrikaner, mal eine Asiatin. Eine deutsche Omma mit Rollator. Dann noch eine Mitarbeiterin belauscht, die mit einer Kundin darüber sprach, dass am Samstag Ramadan beginnt - und sie auch Geburtstag hat. „Wir sind einfach von Gott gesegnet“, sagte sie. Ich lächelte. An der Kasse hinter mir ein Jugendlicher, der mich in nuschelndem, gebrochenen Deutsch fragt, ob ich seine Weinflasche mitbezahlen kann. „Ist nur die.“ - „Nein. Wie alt bist du überhaupt?“ - „18.“ - „Aha.“ Und weggedreht. Der orientalische Kassierer fragt ihn dann auch noch mal nach dem Ausweis. Draußen alles verdreckt, so wie ich meine Stadt kenne. Im Hintergrund noch das Treiben der Fastnacht. Ob es das alles wert ist - nur für die geilen Eridanous-Produkte?

