
🇨🇭 D Chritterhäx (eine Sage aus dem Kanton Wallis)
Dieses Lied ist in Walliser Mundart gesungen. Der Walliser Dialekt (Wallisertiitsch) ist eine regionale Variante des höchstalemannischen Dialekts, der im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz gesprochen wird. Er zählt zu den am stärksten vom Hochdeutschen abweichenden Dialekten der Schweiz und hat sich in den letzten Jahrhunderten nur wenig verändert. Das Lied basiert auf einem Audio-File, produziert von den Schülerinnen und Schülern der OS Aletsch und dem mobilen Schulprojekt youtube.com/watch?v=uwoPlWveo1Q __________________________________________________ D Chritterhäx, ä Walliser-Sag (Die Kräuterhexe, eine Walliser-Sage) __________________________________________________ 1. Ds Marie isch en alte Fröi, wo uner Greich ime alte Schtall mit rote Palge läbt. Schi hät en grosse Chritergarte und schi isch immer elei. D Liit deichent das schi en Häx isch, will schi immer elei isch und en Chritergarte hät. Ds Herbi isch em Ma va Greich. Eismal isch är schine Brüeder, ds Guschti z Mörel ga bsüeche. 2. Ds Herbi hät appa es Glasie z vill gidrüche, we är va Mörel üf Greich mitsch iner Nacht embrüf gluffe isch. Bi d Chircheglogga - schlat äs Vieri und är chunnt am Schtall vam Marie verbi. Är gseht en dunkli Gschtalt. Schnäll löift är witter und deicht är heige schich das i gebildet, will är glaffne isch gsi. 3. Am negschte Abe isch är wider um die glich Zit am Schtall vam Marie verbii cho, dismal isch die Gschtalt zum Marie ine Schtall emi gange. Är kehrt es giise und geit ga lüege, ob das ds Marie isch gsi. Tatsächlich! Ds Marie liegt näbs dem Ofe tot am Bode. Är geit ses schnäll allne im Dorf ga säge. 4. Schi mächent es grosses Fäscht will ds Marie gschtorbe isch. Der Pfarrer scheicht em Herbi der Schtall va der Chriterhäx fer schini drei Chie, als Belonig will är ds Marie tot im Schtall gfunde hät Är hät schini drei Chie am negschte Morge ine Schtall vam tot Marie gebrunge, am Abe isch är miede heim gange. 5. Am negschte Morge geit är wider zu schine Chie, aber eini fählt. Är süecht der ganz Wald nach schiner Chüe ab. Am Schluss geit är wider zrug ins Dorf. Är gsehnt schine Chüe üfem Dorfplatz tot am Bode. Är gsehnt das d Chüe Chrüt im Mül hät. 6. Alli frägend schich, was passiert isch. Am negschte Tag wiederholt schich die Gschicht numal. D Chüe ligt wieder tot am Bode mit Chrüt im Mül und wieder frägt jemand was schi im Mül hät. (Epilog) Was mit der letscht Chüe passiert und was ds Herbi der gäge macht, das kehreder in ischer Boozegschicht. _____________________________________________________ HOCHDEUTSCHE ÜBERSETZUNG DES LIEDTEXTES: Die Kräuterhexe – eine Sage aus dem Kanton Wallis (Schweiz) 1. (Das) Marie ist eine alte Frau, die unterhalb der Ortschaft Greich in einem alten Stall mit roten Balken lebt. Sie hat einen grossen Kräutergarten und sie ist immer allein. Die Leute denken, dass sie eine Hexe sei, weil sie immer alleine lebt und einen Kräutergarten hat. (Das) Herbi (Herbert) ist ein Mann aus Greich. Er geht öfters seinen Bruder besuchen, (das) Gusti (August), der in Mörel lebt. 2. Herbi trinkt ab und zu ein Glas zuviel, wenn er jeweils zu Fuss und mitten in der Nacht von Mörel nach Greich geht. Die Kirchenglocke schlägt 4 Uhr und er kommt am Stall von Marie vorbei. Er sieht eine dunkle Gestalt. Schnell läuft er weiter und denkt, er habe sich das nur eingebildet, weil er angetrunken ist. 3. Am nächsten Abend kommt er wieder um die selbe Zeit am Stall von Marie vorbei, diesmal ist die Gestalt bei Marie im Stall. Er hört ein Kreischen und geht schauen, ob das von Marie herkommt. Tatsächlich! Marie liegt neben dem Ofen tot am Boden. Er geht es schnell allen im Dorf mitteilen. 4. Sie veranstalten ein grosses Fest, weil Marie gestorben ist. Der Pfarrer schenkt Herbi den Stall der Kräuterhexe, für Herbis drei Kühe. Als Belohnung dafür, dass Herbi Marie tot im Stall gefunden hat. Er (Herbi) bringt seine drei Kühe am nächsten Morgen in den Stall der toten Marie, am Abend geht er dann müde heim. 5. Am nächsten Morgen geht er wieder zu seinen Kühen, aber eine fehlt. Er sucht den ganzen Wald ab nach seiner Kuh. Am Schluss geht er wieder zurück ins Dorf. Er sieht seine Kuh auf dem Dorfplatz, tot am Boden Er sieht, dass die Kuh Kraut im Maul hat. 6. Alle fragen sich, was passiert sei. Am nächsten Tag wiederholt sich die Geschichte noch einmal. Die Kuh liegt wieder tot am Boden, mit Kraut im Maul Und wieder fragt jemand, was sie da im Maul hat. (Epilog) Was mit der letzten Kuh passiert und was Herbi dagegen macht, das hört ihr dann in unserer nächsten Boozen-Geschichte….

