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Deckel drauf

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V6

[Verse 1 – Female] Da war noch was. Nicht gestern erst, schon viel zu lange zwischen uns. Kein neuer Streit, kein altes Messer, nur dieses Ding im Raum. Ich will die Wahrheit nicht verbiegen, will keinen Schuldigen daraus machen. Ich will nur einmal mit dir reden, ohne dass wir wieder drum herum gehen. [Verse 1 – Male] Deckel drauf. War doch alles schon. Was soll denn Reden noch verändern? Heute war ein guter Tag. Wir haben gelacht, es war fast wieder normal. Warum müssen wir genau dann wieder diese Kiste öffnen? [Pre-Chorus – Female] Weil „vorbei“ nicht dasselbe ist wie geklärt. [Male] Muss denn alles geklärt sein? [Female] Nein. Aber manches ausgesprochen. [Chorus – Both, alternating] [Male] Deckel drauf. Lass es liegen. Heute sind wir gut durch diesen Tag gekommen. [Female] Da war noch was. [Male] Nicht schon wieder. [Female] Keine Anklage. Nur eine Frage. [Male] Morgen vielleicht. [Female] Das sagst du seit Wochen. [Male] Ich will einfach endlich Ruhe. [Female] Und ich will Ruhe, die nicht daraus besteht, dass keiner mehr etwas fragt. [Verse 2 – Male] Heute geschafft: kein „Wir müssen reden“ beim Kaffee. Kein „Was denkst du eigentlich?“ im Auto. Kein „Sag mir ehrlich…“ beim Abendessen. Kein Blick, bei dem ich schon vorher weiß: Gleich kommt eine Frage. Sehr gut. Wieder einen Tag elegant umschifft. [Female] Du führst inzwischen Buch darüber? [Male] Nein. [Female] Klang gerade verdächtig danach. [Male] Ich weiß einfach, wohin solche Gespräche führen. [Female] Wo denn? [Male] Zu noch mehr Fragen. [Female] Dann frag doch du. [Break – Female] Frag mich, was ich vermisse. Frag mich, warum ich manchmal still werde. Frag mich, was ich von dir brauche. Frag mich, ob ich noch wütend bin. Frag mich, was ich längst verstanden habe. Frag mich, wo ich selbst falsch lag. Frag mich, was ich dir verziehen habe. Frag mich, was immer noch weh tut. Frag mich, ob ich bleiben will. Frag mich irgendwas. Nur hör auf, so verdammt geschickt um alles herumzufahren. [Male] Und wenn mir die Antwort Angst macht? [Female] Dann wäre wenigstens endlich etwas ehrlich. [Verse 3 – Male] Vielleicht ist der Deckel gar nicht für dich. Vielleicht halt ich ihn fest, weil ich nicht weiß, was darunter noch wartet. Vielleicht hab ich Angst, dass aus einer Frage zehn werden. Dass du etwas sagst, das ich nicht zurücknehmen kann. Oder ich. Vielleicht ist „Lass uns nach vorne schauen“ manchmal nur die schönere Version von: Ich trau mich nicht zurückzusehen. [Female] Siehst du? [Male] Was? [Female] Jetzt reden wir. [Chorus – Both] [Male] Deckel drauf – das war mein Plan. Bloß nichts anfassen, was wieder wehtun kann. [Female] Da war noch was – und das verschwindet nicht, nur weil wir beide so tun, als läge nichts mehr auf dem Tisch. [Male] Ich wollte Frieden. [Female] Ich auch. [Male] Nur ohne dieses Reden. [Female] Genau da liegt unser Problem. Denn Frieden ist nicht Schweigen, nur weil heute keiner gefragt hat. [Bridge – alternating, close voices] [Female] Ich will nicht gewinnen. [Male] Ich will mich nicht verteidigen. [Female] Ich will die Wahrheit nicht verändern. [Male] Ich will nicht wieder alles verlieren. [Female] Ich will verstehen. [Male] Ich hab Angst, was du noch wissen willst. [Female] Vielleicht weniger, als du denkst. [Male] Und wenn ich keine Antwort habe? [Female] Dann sag: „Ich weiß es nicht.“ [Male] So einfach? [Female] So ehrlich. [Final Chorus] [Male] Vielleicht muss der Deckel nicht für immer runter. [Female] Vielleicht müssen wir auch nicht alles auf einmal öffnen. [Male] Eine Frage? [Female] Eine reicht für heute. [Male] Und morgen? [Female] Sehen wir weiter. [Male] Okay. Dann frag. [Female] Nein. [Male] Nein? [Female] Heute fragst du mich. [Outro] [Male] Okay. Dann… was möchtest du, dass ich endlich verstehe? [Female] Mich.