
Abendstille am See Strophe 1 Der Abend legt sich auf den See, ganz sacht wird alles weit. Ein letzter Vogel zieht davon, der Himmel hält noch Zeit. Im Schilf bewegt sich kaum ein Hauch, das Wasser trägt das Licht. Und plötzlich steht ein altes Bild ganz leise vor mir — und zerbricht. Refrain Komm, Stille, komm, leg dich auf mein Herz. Trag die Bilder fort, trag auch ihren Schmerz. Lass sie kommen, lass sie geh’n, wie Kreise auf dem See. Bis ich nur noch Wasser hör und still im Abend steh. Strophe 2 Ein Sommerweg. Ein offnes Haus. Ein Lachen irgendwo. Ein Blick, ein Duft, ein ferner Raum — ich weiß nicht mehr, wieso. Ein Schritt auf Kies. Ein warmer Stein. Ein Abschied, halb verweht. Die Bilder treiben durch die Zeit, bis eines nach dem andern geht. Refrain Komm, Stille, komm, leg dich auf mein Herz. Trag die Bilder fort, trag auch ihren Schmerz. Lass sie kommen, lass sie geh’n, wie Kreise auf dem See. Bis ich nur noch Wasser hör und still im Abend steh. Zwischenteil Nichts muss bleiben. Nichts muss fort. Alles findet seinen Ort. Eine Welle. Ein letzter Schein. Und langsam wird das Schweigen mein. Strophe 3 Die Berge sinken in das Blau, der Tag wird schwerelos. Die Erinnerung ruht nun still, ihr Griff wird langsam los. Und irgendwann weiß ich nicht mehr, ob ich dem Wasser lausch — oder ob der See in mir sein stilles Atmen braucht. Letzter Refrain Komm, Stille, komm, bleib noch ein wenig hier. Kein Gestern ruft, kein Morgen drängt zu mir. Nur der Abend, nur der See, nur dieses leise Sein. Und mein Herz findet seinen Takt im dunklen Wasserschein. Outro Ganz still. Ganz weit. Der See. Die Nacht. Und nichts, das noch nach Antwort fragt.

