
Die Zeit hat uns nicht gefragt
Ey… ich weiß nicht, wie ich anfangen soll… aber… es tut mir leid. Wirklich. Keine Ahnung, wie ich euch das sagen soll, ohne dass es sich falsch anhört. Ich hab euch nicht vergessen… kein bisschen, auch wenn es nach außen oft so wirkt. Mein Alltag frisst mich Stück für Stück, und ich merke nicht mal, wie ich euch verliere. Nicht, weil ihr weg seid… sondern weil ich es bin, weil ich nicht mehr so da bin wie früher – für euch. Und nachts… wenn alles ruhig ist, lauft ihr durch meinen Kopf wie alte Filme. Wir lachen, wir rennen, wir sind frei… und ich wach auf und merke: Ich erlebe das nicht mehr mit euch zusammen. Es tut mir leid, dass ich so wenig Zeit habe… es tut mir leid, dass ich mich so selten melde. Ich wollte nie der sein, der langsam verschwindet, aber genau das bin ich geworden – in eurer Welt. Es tut mir leid… dass ich so wenig Zeit habe, es tut mir leid… ich vermisse euch mehr, als ihr denkt. Ich vermisse die Nähe, dieses "einfach da sein", ohne Plan, ohne Ziel, einfach wir – ungezwungen. Es tut mir leid… hört ihr mich überhaupt noch? Oder bin ich nur noch ein Name im Handy? Ich spiel uns immer wieder in meinem Kopf ab, weil ich Angst hab… euch irgendwann endgültig zu verlieren. Ihr wisst doch… Zeit bleibt nicht. Sie vergeht… und nimmt alles mit. Und ich steh da und versuche festzuhalten, was mir eigentlich schon durch die Finger rinnt. Ich hinterfrage keine Freundschaften, weil ich weiß, dass das, was wir hatten, echt war. So echt, dass es selbst jetzt noch wehtut, wenn ich merke, wie weit ich davon entfernt bin. Ja… das seid ihr… wenn man euch braucht. Die Ersten, an die ich denke, wenn alles zerbricht. Und ich schwöre euch: Egal, wie selten ich da bin – wenn ihr fallt, fang ich euch auf. Ich lass euch nicht... Ich hab Angst… dass ihr irgendwann ohne mich weitermacht und es sich für euch richtig anfühlt, weil ich zu lange gefehlt hab. Und ich kann euch nicht mal böse sein dafür… weil ich selbst merke, wie wenig ich da war. Es tut mir leid… dass ich so wenig Zeit habe, es tut mir leid… ich hab euch nie ersetzt. Ihr seid immer noch mein Zuhause – irgendwo, auch wenn der Weg dahin sich gerade verliert. Es tut mir leid… ich hoffe, ihr fühlt das hier, zwischen jeder Zeile, die ich nicht sagen kann. Ich vermisse euch… nicht nur ein bisschen, sondern so, dass es manchmal einfach still wird in mir. Keine Ahnung, wie ich euch das sagen soll… aber ich hab euch nicht vergessen. Und ich werde es auch nie. Wenn ihr mich braucht… bitte glaubt mir… ich komme.

