
Kein Lied von Helden. Kein Lied von Glück. Nur Hunger auf Beinen und Staub im Blick. Sie krochen aus Hütten, aus Lehm und Dreck, Mit Mäulern voll Gier und Herzen aus Blech. Der Hahn schrie Hunger, die Henne schrie Not, Der Tisch war leer, doch der Neid war groß. Sie zählten ihr Elend wie Münzen aus Blei, Ein jeder sich selbst der Nächste dabei. Kein Blick zurück, kein Wort zu viel, Nur „Was ich mir nehm, das ist mein Ziel“. Kein Plan, kein Traum, kein Morgen im Sinn, Nur heute noch fressen – dann sehen wir hin. **Oh Lumpengesindel, arm und schwer,** **Kein Herz im Leib, kein Blick mehr fair.** **Ihr fresst euch satt an fremdem Leid,** **Und nennt die Gier nur Überlebenszeit.** **Oh Lumpengesindel, krumm und kalt,** **Euer Hunger frisst — euch — bald.** Sie schlachteten blind, was Atem noch trug, Der eine aus Angst, der andere aus Wut. Der Hahn verlor Stimme, die Henne den Kopf, Die Katze den Schwanz, der Hund seinen Stolz. Keiner hielt inne, keiner hielt Maß, Was schwach war, das fiel – und das reichte als Spaß. Kein Mitleid im Blick, kein Zögern im Tun, Denn Schuld war ein Wort für Zeiten mit Ruhm. Und während sie fraßen, wuchs nur die Leere, Denn Hunger, der frisst, will immer nur mehr. **Oh Lumpengesindel, blind vor Gier,** **Kein Spiegel zeigt euch selbst dafür.** **Ihr nennt es Not, ihr nennt es Pflicht,** **Doch Menschlichkeit kennt ihr hier nicht.** **Oh Lumpengesindel, hart und klein,** **Ihr bleibt euch selbst — der schlimmste Feind.** Und als nichts mehr blieb, Kein Fell, kein Fleisch, kein Laut, Standen sie da Mit leeren Händen Und vollem Bauch aus Schuld. Kein Tier mehr da, kein Feuer mehr warm, Nur Stille im Raum und der Magen voll Scham. Sie sahen sich an, nun ohne Ziel, Und merkten zu spät, was Menschsein hieß. Denn wer alles nimmt und nichts bewahrt, Der steht am Ende nackt und hart. Kein Feind von außen, kein böses Geschick, Nur die eigene Hand, die zurückblickt. **Oh Lumpengesindel, hör den Klang,** **Das ist kein Lied – das ist ein Abgesang.** **Ihr habt gefressen, was euch hielt,** **Und euch selbst zuletzt verspielt.** **Oh Lumpengesindel, merkt es euch gut:** **Wer alles frisst, — verhungert an Mut.** Kein Märchen. Nur eine Warnung.

