
Liest hier irgendjemand in der Zuckerbergstinkestube Wolf Haas? Wackelkontakt ist mein erstes vollständig durchgelesenes Buch von ihm, nachdem ich 2 Bücher aus galoppierender Gelangweiltheit abgebrochen hab, Das Wetter vor 15 Jahren und nochwas, Missionarsstellung glaub ich. Ich mag ihn ja sehr als Person, so sympathischer, ruhiger Typ, mit dem man, wenn man keine Margarine im Haus hat, das Brot seines eigenen ereignislosen Daseins bestreichen möchte, er hat auch mal in der Werbung gearbeitet, wer nicht, und wie ich, er kann witzig und präzise sein, aber auch wohltuend, kontraproduktiv albern, fast nervend, wie ein kleines Kind, das auf dummen, nervenden Wortspielen herumreitet, bis der Letzte kapiert, dass die Witze eben so dumm sind, wie sie gedacht waren, man sich selbst beobachtet, was man nachplappert, "keineahnung", ich wäre gerne wie er, ohne das Nervende, eher das Entspannte. Haas bekommt sicher nie Magengeschwüre, Überbeine,einen Dachschaden oder Psoriasis, wie ich. Wackelkontakt ist von der Idee so bestrickend wie etwas lustvoll Dekonstruiertes von George Perec oder Raymond Queneau, ich hab das atemlos gelesen, bis zur Mitte, dann immer lustloser, ja, am Ende wird das dann sicher zusammengeführt, der Puzzler und der Mafioso, darauf läuft es ja hinaus, die Teile, hier, das gelbe Buch, das du gerade liest, das wird, wenn du tapfer durchhältst, am Ende logisch abgeschlossen, das hast du doch erwartet, wie ein Puzzle, die zwei Bücher im Buch kohärent gemacht, die Teile zusammengeprügelt mit dem Hammer der Distinktion, Literatur, ha, kann man auch zertrümmern, aber das kommt mir so angestrengt "unangestrengt" "kreativ" vor, wie Werbung eben ist, wenn sie mehr erzählen muss, was über den Slogan hinaus geht. Also keine objektive Kritik, ich bin offenbar nicht die Zielgruppe, sicher ein gutes Buch. Ich freu mich über seinen Erfolg und fang jetzt mal mit dem neuen Meyerhoff an

