Ade, mein Heim! Ich lag in deinem Schoß, Als noch das Mutterauge mich bewachte. Ade, mein Heim! Du zogst mich stark und groß, Bis es dann kam, dass ich so klein mich dachte. Ich sah den Geist der Liebe mir erscheinen Vom Osten her, dem fernen Morgenland, Und schaute staunend auf zu ihm, dem Reinen, Ich nur ein Wurm, er aber ein Gigant. Da stieg ein heißes Flehen in mir auf: "Rabbuni, sei mein Meister und erbarme Dich meiner Seele; richte meinen Lauf Empor zu dir; nimm mich in deine Arme!" Und die Erhörung sollte mir erklingen: "Willst du entgegenziehn dem Sonnenlicht, So werde jene Sterne ich dir bringen, Von denen die Verheißung Micha's spricht!" Ich folge diesem Ruf und scheide nun Von dir, mein Heim. Dein Bitten ist vergebens, Denn was die Liebe sagt, das muss ich tun; Sie ist die einzge Herrin meines Lebens. Wenn sie mich rief, so wird sie mich auch leiten Zur Jordantaufe ins gelobte Land, Zur Stelle, wo einst zu Johanni Zeiten Der Fuß des Herrn im heilgen Wasser stand. Dann schöpfe ich für mich und dich daraus Zu meines Gottes Ruhm und Wohlgefallen, Und kehre ich zurück ins Vaterhaus, Spend ich davon den Heilsbedürftgen allen. Den Wanderstab reicht mir mein Gott und Vater, Und mit ihm frohen Mut und Glaubenskraft; Er ist mein Helfer; er ist mein Berater; Wohlauf also, wohlauf zur Pilgerschaft!