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Die Berge weinen / Los cerros lloran / Tx’otx’ k’ulun“ - Guatemala - Genozid

„Die Berge weinen / Los cerros lloran / Tx’otx’ k’ulun“ (Deutsch erzählend – Spanisch befehlend – Ixil klagend) Strophe I – Der Erzähler (Deutsch – ruhig, schwer) In den Bergen von Guatemala begann ein Krieg, den niemand sah. Nicht zwischen Armeen, sondern zwischen einem Staat und einem Volk, das nur leben wollte. Die Dörfer der Ixil lagen wie Atemzüge im Nebel, und eines nach dem anderen verstummte. Spanischer Befehl – hart, militärisch „¡Avancen! ¡Quemen todo! ¡No dejen testigos!“ (Vorwärts! Verbrennt alles! Keine Zeugen!) Ixil‑Klage – gebrochen, verzweifelt „Tx’otx’ k’ulun… k’uxh ri winaq…“ (Die Berge weinen… das Herz der Menschen bricht…) Refrain – Die Berge weinen (Deutsch / Ixil) Die Berge weinen, doch niemand hört sie. „K’ulun… k’ulun…“ (Sie weinen… sie weinen…) Ein Volk verschwindet im Rauch der Täler. Strophe II – Die Auslöschung (Deutsch – erzählend, nüchtern) Die Soldaten kamen im Morgengrauen, mit Listen, mit Feuer, mit Worten, die wie Klingen waren. Sie sagten: „Ihr seid Guerilleros.“ Doch die Kinder hatten keine Waffen, die Alten keine Feinde, die Frauen keine Schuld. Nur ihre Sprache. Nur ihr Land. Nur ihr Dasein. Spanischer Befehl – kalt, schneidend „¡Al suelo! ¡Manos arriba! ¡Disparen!“ (Auf den Boden! Hände hoch! Feuer!) Ixil‑Klage – leise, flehend „Ma’nan chik… ma’nan q’ij…“ (Es gibt kein Morgen mehr… keine Sonne…) Refrain – Die Berge weinen (Deutsch / Ixil) Die Berge weinen, doch niemand hört sie. „K’ulun… k’ulun…“ (Sie weinen… sie weinen…) Und im Wind verliert ein Volk seinen Namen. Strophe III – Die Überlebenden (Deutsch – würdevoll, ruhig) Die, die blieben, trugen die Stille wie ein Tuch. Sie gruben mit bloßen Händen nach Knochen, nach Namen, nach Wahrheit. Und die Alten sagten: „Die Erde vergisst nicht. Sie spricht, wenn wir schweigen müssen.“ Ixil‑Klage – letzter Ruf „Tx’otx’ k’ulun… k’ulun ri qachoch…“ (Die Berge weinen… unsere Häuser weinen…) Outro – Der Erzähler (Deutsch – flüsternd) Ich schreibe dies, weil sie es nicht konnten. Ich spreche dies, weil sie verstummten. Ich höre dies, weil die Welt es nicht tat. Die Berge weinen. Und ich höre zu.