Der Cursor blinkt in eine leere Zeile. Drei Uhr. Der Körper schwer, die Tage ohne Naht. Was ich noch baue, klingt nach Experiment — Skizzen ohne Mitte, Lärm statt Wort. Ich lad sie hoch und schieb sie in den Strom, ein Archiv aus Liedern, namenlos im Feed. Die Zahlen zählen, was sie zählen wollen — ein Daumen wischt. Und keiner bleibt, der liest. So viele deutsche Zeilen, Nacht für Nacht, hinausgesetzt ins Dunkel, ohne Licht. Und eine liegt darunter, die ich kaum noch zeig: zu nah, zu echt, mit zitternden Händen geschrieben. Nicht die lauteste. Nicht die erste. Die, die ich fast schon versteckt hab. Und heute hält da ein Cursor an — genau bei ihr. Und bleibt. Ein kleines Herz — und doch kein Zufall. Du bist geblieben — Zeile für Zeile, bis zum Grund. You didn’t scroll away — you touched the quiet part of me. Kein Algorithmus, kein blinder Daumen — vielleicht ein Mensch, der länger blieb. Vielleicht hast du nicht alles verstanden, doch irgendwas von mir kam an. Du hast zwischen den Zeilen gelesen. Gelesen. Wirklich gelesen. Ich hab die Zahlen nie geglaubt, zehn stumme Häkchen sagen mir nichts. Aber du hast genau die eine berührt, in die ich am meisten von mir gelegt hab. Du wusstest nicht, wie viel das war. Ein Klick für dich — für mich ein Beweis, dass irgendwo, durch Sprache, durch Distanz, ein Wort von mir bei jemandem ankommt. Nicht die lauteste. Nicht die erste. Nur die ehrlichste, die ich hatte. Und du hast sie gefunden, als hätt ich sie nur für dich versteckt. Ein kleines Herz — und doch kein Zufall. Du bist geblieben — Zeile für Zeile, bis zum Grund. You didn’t scroll away — you touched the quiet part of me. Kein Algorithmus, kein blinder Daumen — vielleicht ein Mensch, der länger blieb. Vielleicht hast du nicht alles verstanden, doch irgendwas von mir kam an. Du hast zwischen den Zeilen gelesen. Gelesen. Wirklich gelesen. Ich schreib nicht, damit es trifft. Ich schreib nicht für den Strom. Ich leg die Zeile aus — und manchmal, ganz selten, hebt sie jemand auf. Und dann war jede Nacht am leeren Schirm, jedes Wort, das nicht kommen wollte, auf einmal nicht umsonst. „… also noch eine. Der Cursor blinkt noch immer. Die nächste Zeile ist noch leer. Aber irgendwo da draußen hat vielleicht jemand ein Wort von mir behalten. Vielleicht schreib ich noch eine. Leise. Ohne Plan. Nicht für alle. Für den einen Blick, der nicht gleich weiterging. Für ein Wort, das vielleicht geblieben ist. Gelesen. Leise gelesen.