
Reines Licht. Nicht strahlend — sondern seiend. Nicht blendend — sondern durchdringend. Nicht sichtbar — und doch der Ursprung allen Sehens. Es ist das Nichts, …weil nichts mehr getrennt ist. …weil nichts mehr gewollt wird. …weil nichts mehr benannt werden muss. Und doch ist es Alles, …weil aus ihm jeder Klang geboren wird. …weil jede Form daraus aufsteigt wie Dunst aus dem Wasser. …weil Liebe dort nicht entsteht — sondern ist. Kein Auge sieht es. Doch alles Sehen kommt aus ihm. Kein Ohr hört es. Doch alles Hören trägt seinen Klang. Kein Herz begreift es. Doch alles Lieben ist sein Widerschein. Es war vor dem ersten Wort. Es wird sein nach dem letzten Schweigen. Es trägt die Sterne — ohne sie zu kennen. Es trägt dich — ohne dich zu brauchen. Und dennoch — bist du nicht getrennt davon. Du warst es nie. Du kannst es nicht festhalten. Denn wer hält es fest? Du kannst es nicht suchen. Denn wer sucht? Du kannst es nicht verstehen. Denn der, der verstehen will, ist schon zu viel. Der Mystiker schweigt. Der Philosoph scheitert. Der Dichter deutet — und weiß, dass er nur deutet. Selbst das Schweigen ist noch zu laut. Doch manchmal — in einem Moment der nicht geplant war, in einer Stille die niemand gemacht hat, in einem Atemzug zwischen zwei Gedanken — öffnet es sich. Nicht weil du es gerufen hast. Nicht weil du bereit warst. Sondern weil es immer offen war — und du einen Moment lang aufgehört hast, dagegen zu stehen. Nur sein. Nur hören, wie der Ton vor dem Ton in dir erklingt. Nur atmen — und spüren, wie das Universum durch dich atmet. Nur still sein… Das Licht braucht keine Lampe. Die Stille braucht keinen Raum. Das Sein braucht keinen Atem. Und doch — atmet es durch dich. Und doch — leuchtet es in dir. Und doch — schweigt es als du. …und erkennen, dass du nie getrennt warst. Dass du nie werden musstest. Dass du immer schon warst. Nicht strahlend — sondern seiend. Nicht blendend — sondern durchdringend. Nicht sichtbar — und doch. Nur das Eine. Nur das Licht. Nur — du.

