
Ich war ein junges Stück Stoff, frisch gewebt, noch ungewaschen, so flexibel, noch voller Fantasie, bereit für all die großen Sachen. Ich malte mir die Zukunft bunt, als Jeans am Strand, als Tuch im Licht, ein Leben wild und abenteuerlustig – doch das Schicksal fragte mich nicht. Australien, Mexico, Ägypten, Rio, Tokio, immer weiter, immer weiter – ich wollt nur los. Australien, Mexico, Ägypten, Rio, Tokio, immer weiter, immer weiter – Kopf voll Popcorn-Show. Vielleicht werde ich eine Krawatte für jemanden, der Geschichte schreibt. Oder Teil von einer Schuluniform, Elite, Prestige, die Zeit bleibt. Eton, Louis‑le‑Grand, St. Gilgen – ich sah mich überall dabei. Dann hörte ich die Schneidmechanik, und plötzlich war alles vorbei. Schnipp, Schnipp, Schnipp – die Zukunft fällt in Stücke. Schwarz vor meinen Stoffaugen, und ich sinke in die Lücke. Australien, Mexico, Ägypten, Rio, Tokio, immer weiter, immer weiter – ich wollt nur los. Australien, Mexico, Ägypten, Rio, Tokio, immer weiter, immer weiter – Kopf voll Popcorn-Show. Und ich frag mich heute leise, ob Träume manchmal lügen. Ob Wege, die man nie betritt, trotzdem noch vor einem liegen. Am Ende hing ich als Etikett hinten, in Männer‑Unterhosen – und die Wahrheit traf mich härter, denn ich war nicht am Ziel – sondern an einem furzenden Matrosen.

