
Schwerer als ein Anfang
Ich hab's so lang verschluckt bis es mir im Hals blieb du warst der Satz auf meiner Zunge den ich nie zu Ende krieg Ich hab gelacht, wenn du kamst als wär’s nur Zufall im Raum doch jedes Mal, wenn du mich sahst wurde ich still und kaum Dein Name im Display wie ein Stoß in die Brust ich hab ihn weggewischt und trotzdem gespürt, was ich muss Ich hab dich aus Gesprächen gehalten aus Nächten, aus jedem Plan hab "ist schon okay" gesagt und mich selbst damit vertan Es war nie nur ein Blick nie nur ein bisschen zu viel es war dieses leise Ziehen wenn du gingst und ich blieb Ich kenn deine Art zu schweigen dein müdes, echtes Lachen dein Arm auf der Fensterbank dein Blick bei den falschen Sachen Und ich hab mir eingeredet das geht vorbei, irgendwann doch alles, was ich nicht gesagt hab steht jetzt direkt vor mir an Ich hab mich oft fast verraten bei jedem kleinen Hallo ein Schritt zu nah, ein Wort zu weich und du hast es nie gemerkt, glaub ich so Vielleicht war ich feige vielleicht auch nur zu stolz hab lieber auf Abstand getan als dass ich ehrlich werden wollt' Ich hab dich in mir getragen wie einen Flur ohne Licht jeder Weg hat zu dir geführt und ich bin nicht dran vorbei Und jetzt sitz ich hier mit dem, was ich nicht mehr kann denn irgendwann wird Schweigen schwerer als ein Anfang Ich sag’s jetzt, auch wenn die Stimme bricht auch wenn nichts zurückkommt von dir ich will nicht mehr so tun als wär da nichts in mir Ich hab mich lang versteckt hinter Witzen und vernünftig sein doch wenn du heute gehst nehm ich mich nicht mehr mit rein Also hör mir einmal zu ohne Rettung, ohne Spiel ich lieb dich nicht halb ich lieb dich zu viel Und wenn du nichts sagst steh ich immer noch hier mit dem Rest von allem was ich grad erst verlier Ich steh hier mit offenem Herzen und keinem guten Plan und dann sag ich noch mehr—


