
Dunkelheit. Ein kahler Raum. Der Thron aus weißem Stein. Dort steht er. Unbeweglich. Ein Wächter ohne Namen. Sein Haupt: Eine Krone aus tausend Dornen. Weiß wie Knochen. Hart wie Stolz. [melodic interlude] O du, einsamer Sisyphos aus weißem Thermoplast, Der du im Schatten des Spülkastens dein Dasein fristest. Ein Zepter, das niemand freiwillig schwingt, Ein Held, den man nur im Moment der Schande ruft. Du stehst in deinem Keramik-Sarkophag, Umgeben von der kalten Feuchte des ewigen Wartens. Dann: Der Ruf. Das Wasser tost. Ein Abgrund öffnet sich. Ein Mahlstrom aus Porzellan und Reue. Er zögert nicht. Er taucht hinab. Kaltes Nylon gegen dunkle Flut. Er tanzt im Chaos. Borste gegen Schande. Reiben. Drehen. Stoßen. Er schrubbt das Echo deiner Sünden weg. Kein Ekel. Nur Pflicht. [instrumental] Deine Krone aus harten Nylon-Stacheln, Einst strahlend weiß wie der Neuschnee im Winter, Nun gezeichnet von den Schlachten der gestrigen Sünde. Ein gelblicher Schimmer erzählt von heroischen Taten, Vom unerschrockenen Tauchgang im strudelnden Wirbel der Schande, Wo du dich dem Grauen entgegenwirfst, das der Mensch hinterließ. Der Wirbel versiegt. Die Stille kehrt zurück. Das Weiß strahlt wieder. Er zieht sich zurück in sein Verlies. Nass. Einsam. In den runden Becher hinterm Rohr. Heil dir, du Borstenritter. Du Held der Keramik. König der heiligen Schüssel. [transition] Man versteckt dich hinter Türen, wenn Gäste kommen, Niemand besingt dein graues Haar, dein Schrubben im Dunkeln. Doch wenn der Besuch verstummt und die Spülung versagt, Bist du das einzige Licht im Tunnel der Schmach. O Klobürste! Du unbesungener Reiniger der Sünden, Heil dir, du kratziger Engel der Bedürfnisse!

