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Konfettiblind

V6

KONFETTIBLIND [Strophe 1] Ich trink dem Tag die Kanten rund, ein kleiner Zirkus wohnt im Mund. Die Zunge trägt ihr Paillettenkleid, mein Grössenwahn hat Ausgang heut. Du lächelst einmal — ich hör Applaus, und bau mir einen Thron daraus. Mit jedem Schluck wächst mein Format. Ich halte Blech für achtzehn Karat. [Pre-Refrain] Mein Taktgefühl geht vor die Tür. Der Takt bleibt da. Ich bleib bei mir. Ich rede Gold und meine Glanz. Du gehst mit Zehenspitzen auf Distanz. [Refrain] Ich bin konfettiblind, weiss nicht, wo wir gelandet sind. Ich seh noch Gold im Zimmer schweben, du stehst im Scherbenlicht daneben. Ich bin konfettiblind, wo deine leisen Sätze sind, hat sich mein Übermut breitgemacht — ich hab zu laut vorbeigelacht. [Strophe 2] Die Motten aus dem Vorjahr fliegen, als wär hier noch ein Licht zu kriegen. Sie klopfen an ein altes Haus. Ich wohn dort längst nicht mehr. Lichter aus. Mein Kompass kennt nur einen Ort. Doch meine Zunge läuft voll auf Sport. Ich werf mit Namen, gross und schwer, und mach mich selbst dabei zu mehr. Du stehst so nah in meinem Kreis. Ich führ mich auf — du zahlst den Preis. [Break] Mein Herz weiss heim. Mein Mund treibt fort. Du brauchst mich hier. Ich bin im Wort. [Finaler Refrain] Ich war konfettiblind, weiss jetzt, wie schwer die Worte sind. Was ich als Silberregen sah, lag scharf vor deinen Füssen da. Ich war konfettiblind. Der Morgen kommt, das Gold verrinnt. Kein schöner Satz macht ungeschehn, was deine Augen von mir sehn. [Outro] Dein Licht zieht einen schmalen Strich. Die Tür bleibt offen. Auch für mich. Kein Freispruch wartet hinter ihr. Nur ungesagte Zeit mit dir. Ich leg die Krone vor die Tür. Den nächsten Schritt schulde ich dir.