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Wos in a jede Suppn ghert - 01.10.2001

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Wos in a jede Suppn ghert Da Hans, mein Stiefvater, hat einmal vor langer Zeit gleich neben dem Schwabinger Autobahnend, da wo heut ein Versicherungsgebäude steht und dahinter zur Rechten noch ah Haus baut werd, in einer Spedition gearbeitet. Da Hans hat Lastwagen gfahren. Wenn ih grad Ferien hatte, ich war damals noch ein Kind, durfte ich mit dem Hans durch Münchens Umgebung rauschen. Des hod scho Spaß gmacht und selbst am Firmenhof gings mitunter zünftig zua. So mancher Kicherer wurde dort ausgetauscht. In dieser Zeit hab ich wohl das meiste Coca Cola meines Lebens getrunken. Ich weiß auch nicht, aber immer wenn ich mich an diese Tage erinnere, seh ich Unmengen Coca Cola Flaschen vor meinem Erinnerungsauge. In der Spedition arbeitete ein Fahrer namens, namens, ach ich nenn ihn jetzt Franz. Soll ers entschuldigen, wenn er doch Sepp ghoaßn hod. Dieser Franz hatte eine Gewohnheit, er hat immer gsagt, „in ah jede Suppn ghert Maggi.“ Tatsächlich stand immer eine riesige Maggi-Gewürzflasche am Brotzeittisch. „In ah jede Suppn ghert a Maggi.“ Nach einer solchen Essenszeremonie, bei der mit drei kräftigen Spritzern die Suppe des Franz ihre Würze bekam, kicherte der Hans zu mir. Ich merkte, der Hans wollte mir was mitteilen, bei der Nachmittagstour im Lastwagen rückte der Hans mit der Sprache raus. „Von wegen in ah jede Suppn ghert ah Maggi nei, dem wern mas scho zoang, welchen Gschmack er wirklich hod.“ Wos moanst denn Hans, wos wuist macha? Der Hans machte die Country Musik vom Cassettenrecorder leiser. „Pass auf, mir dern des Maggi aus der Flaschn raus und dern ah Cola eine.“ Ich war vom Mut des Hans angetan, ja und wenn der Franz recht grantig reagiert? „Des wern ma scho überleben.“ Am nächsten Tag starteten wir am Morgen die Aktion „In ah jede Suppn ghert.“ Zur Mittagszeit wollte der Franz Leberkässemmeln holen, der Hans machte aber dem Franz klar, dass scho eine Suppe am Ofen steht. „Mach ma morgen des mit de Leberkässemmeln.“ Ich war sehr aufgeregt, wie reagiert der Franz, der Franz war ein großer Mann und machte keinen zimperlichen Eindruck. Ehrlich gesagt hatte ich ein schumriges Gefühl im Magen. So so, sagte der Hans, des Supperl is fertig. Alle nahmen Platz. Wie auf einen Pfiff ging das Gelöffle los. Der Hans griff zum Maggi. „Wia sogst immer Franz? „In ah jede Suppn ghert ah Maggi.“ Zu meinem Erstaunen spritzte der Hans einen Spritzer des Colas in seine Suppe. „Du ah Roland,“ sagte der ohdrahte Hans zu mir. Na ih mog koa Maggi. Es stimmte zwar nicht, aber der Gedanke, Cola in der Suppe zu haben, machte mir keinen Appetit. Da Franz schaute mich ernst an, „na Bua, macht`s da ah Freid mim Hanse umananda zu fahrn?“ Ja ja, der Franz hatte, wenn ich mich recht erinnere, auch einen Sohn. Wenn der dabei war, war das eine tratzade Angelegenheit, ein richtiger Rüppel und Saukrippe. Jetzt werd da da Appetit scho vergehn, dachte ich. Der Franz nahm die große mit Coca Cola angefüllte Maggiflasche mit Schwung und „in ah jede Suppn ghert ah Maggi“ spritzte das schwarze Zeug in die Suppe. Was geschah? Gar nichts, der Franz rührte um und löffelte Löffel um Löffel der Suppe. Kein Kommentar, der Hans und ich schauten uns an. Am sichtbaren Ende der Suppe im Teller vom Franz nahm der Hans die Maggiflasche, schraubte den Deckel ab, nahm ein leeres ausgespültes Senfglasl und goss zum Erstaunen des Franzes das vermeintliche Maggi hinein. Spinnst Hanse, sagte der Franz. Na, sagte der Hans, prost und nahm einen Schluck. Wos soi des? Dem Franz war die Erregung anzumerken. Ach, sagte der Hans, „in ah jede Suppn ghert ah Maggi und wenns ah moi ah Cola war, ko ma den Rest no tringa.“ Nun kam es mehr als zu einem Kicherer. Diese Spedition ist nicht mehr neben dem Schwabinger Autobahnend, ich glaub, die sind in Kirchheim-Teck. Sehe ich Maggiflaschen, muss ich immer dran denken, „in ah jede, fast ah jede Suppn ghert ah Maggi.“ Gestern hob ih in so ah chinesisches Suppal an Tabasco nei do, fragens nicht, wia des brennt hod, also ein Cola wäre milder gwesen.